Folia archeologica 25.

Pavel J. Michna: Archäologische Nachweise der mährisch-ungarischen Beziehungen im 15. Jahrhundert

MÄHRISCH-UNGARISCHE BEZIEHUNGEN 195 bloß als Quelle der künstlerischen Inspiration. Es ist jedoch bemerkenswert, daß das Quadrat mit einer Seitenlänge von 22,5 cm im wesentlichen beibehalten wurde (das ungarische Original hat eine Seitenlänge von 23 cm). Als gemeinsames Merkmal aller drei, den Typ 1 nachahmenden Kacheln erweist sich ihre unglasierte Oberfläche. Die Stirnfläche ist mit einer alten Töpfer­technik, durch Bestreuung mit Glimmermehl, endfertigt. Die erwähnten Kacheln sind nachweisbar verwendet worden, es handelte sich also nicht etwa um Aus­schußstücke, die man nicht mehr glasierte. Man kann annehmen, daß diese ein­heimischen Erzeugnisse nicht für prominente Interieure bestimmt waren, wie ihre Vorlagen aus Buda. Sie waren eher Bestandteile von Kachelserien, die für weniger anspruchsvolle Innenräume der Bürger und des niedrigen Adels her­gestellt wurden. Kommen wir nun zur Giebelkachel der Brünner Ritterofenversion zurück (Abb. 7). Zu ihr finden wir nämlich im einheimischen, aber auch im ausländi­schen Material eine Reihe mehr oder minder entfernter Analogien. I. Holl 3 0 erwähnt 3 0 Holl, I., BpR 22(1971) 178., Abb. 152. 13* Abb. 13.

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