Folia archeologica 25.

Pavel J. Michna: Archäologische Nachweise der mährisch-ungarischen Beziehungen im 15. Jahrhundert

194 P. J. MICIINA Abb. 14. ratische Tafelkachel (Seitenlänge 22,5 cm) aus braungebranntem Ton mit einem mit Glimmer überzogenen Stirnrelief. Auf dem Relief sieht man einen nach links schreitenden Greif mit zum Schritt ausholender rechten Vorderpranke — wie bei den Exemplaren aus Buda (Abb. 11). Trotzdem die Ähnlichkeit beider Kacheln deutlich hervortritt, läßt die Brünner Ofenkachel eine ausgesprochen starre und leblose Konzeption erkennen. Die Greifengestalt ist flächig unausgewogen und die entstandenen leeren Stellen mußten mit schematisierten Blüten ausgefüllt werden. Auch fehlt die felsige Unterlage, über die der Greif des ungarischen Originals schreitet. Die Umrahmung beschränkt sich auf eine plastische Linie. Vom kunsthistorischen Standpunkt aus pflegt man die Kachel um das Ende des 15. Jahrhunderts zu datieren. 2 9 Zum Unterschied von den vorigen Belegen, die einen unmittelbaren Anteil der ungarischen Vorlage an ihrer Entstehung (bzw. der Modellform) dokumen­tieren, hat die letztgenannte Brünner Kachel ihren Ursprung in einer Modellform, hergestellt von einem heimischen Handwerker. Die Kachel des Typs 1 diente 2 9 Angabe auf der Karteikarte Inv. —Nr. 6 408.

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