Folia archeologica 24.
Fodor István: Honfoglalás kori régészetünk néhány őstörténeti vonatkozásáról
ÜBER EINIGE FRÜHGESCHICHTLICHE BEZIEHUNGEN UNSERER LANDNAHMEZEITLICHEN ARCHÄOLOGIE Vom Gesichtspunkt der Erforschung der Urgeschichte des ungarischen Volkes ist die Erschließung der osteuropäischen Analogien des archäologischen Denkmalmaterials des Ungartums aus dem 10. Jahrhundert sowie die Auswertung ihrer Bedeutung außerordentlich wichtig. Vorliegende Abhandlung versucht die Aufmerksamkeit auf einige solche Gesichtspunkte zu lenken. Ein wichtiges Ergebnis der Forschungsarbeiten der letzteren Jahre ist die Erschließung der osteuropäischen Parallelen der mit Platten überzogenen oder mit Beschlägen verzierten Taschen und der mit Beschlägen bedeckten Gürtel (aus urtscheremissischen, urmordwinischen und baschkirischen Gräberfeldern 1" 3). Vom Gesichtspunkt der ungarischen Bewaffnung im 10. Jahrhundert haben das Vorkommen des Säbels von Smeiskaja sowie die Kiewer Funde eine große Wichtigkeit. 4 Auch zu den frühen ungarischen Siedlungen finden wir sehr viele osteuropäische Siedlungsanalogien, 5 besonders wichtig ist die neuere Forschung der Entstehung über die bei unseren Dorfausgrabungen häufig vorkommenden Tonkessel. 0 Diese Gefäßform hat das Ungartum von seinem osteuropäischen Stammesgebiet in das Karpatenbecken mit sich gebracht. Wichtiger als das materielle Denkmalgut ist die Untersuchung der Parallelen der für die einzelnen Völkergruppen charakteristischen Bestattungsbräuche. Die genaue Parallele der für das landnehmende Ungartum sehr charakteristische Reiterbestattungsform, bei der man den Schädel und die Extremitäten des Pferdes in die eigene Haut genäht zu Füssen des Toten legte, treffen wir in den Gräberfeldern der Wolga-Bulgaren (Bolschye Tarchani, Tankejewka 8" u), der Baschkiren, ren, u" 1 2 und der Protoudmurten 1" an. Wahrscheinlich ist diese Bestattungsform in Osteuropa mit den Hunnen erschienen. 1 2 Die mit Pferdeopfer einhergehenden Bestattungen (der Schädel und die Extremitäten des Pferdes wurden zwischen den Gräbern in einer eigenen Grube oder in die Aufschüttung des Grabes bestattet) finden wir in der Wolga-Uralgegend in einem großausgedehnten Gebiete vor. 1 3' 1 7 Die ersten partiellen Reiterbestattungen (mit ausgestopfter Pferdehaut) sind in der Kamagegend im 3.-5. Jahrhundert erschienen. 1 8" 2 0 Ein sehr wichtiges Element der Bestattungsbräuche des landnehmenden Ungartums ist der Gebrauch des silbernen Platten auf den Totentüchern. (Das Gesicht des Toten wurde mit Textilien oder Leder bedeckt, an die Stellen der Augen und des Mundes Silberplatten oder -beschläge angenäht 2 1.) In einen Falle fand man Goldplättchen an den Augen, am Mund hingegen einen Bronzebeschlag (Hajdúböszörmény-Vid, 2 5 Abb. 1, 1-3). Auch von zwei solchen neueren Funden ist zu berichten: in drei Gräbern des aus dem 10. Jahrhundert stammenden Gräberfeldes von Szabadkígyós befanden sich in den Augenhöhlen des Toten Silberund Bronzebeschläge, 2' J" 3 1 in Grab Nr. 4 des aus dem 10. Jahrhundert stammenden Gräberfeldes von Sóshartyán (Abb. 2) kamen aus der Gegend der Augenhöhlen Bruchstücke von zwei Silberbeschlägen hervor (Abb. 1, 6-7).