Folia archeologica 23.

László Barkóczi: Spätrömische Glasbecher mit aufgelegten Nuppen aus Pannonien

7° L. BARKÓCZI Obwohl die erörterten Stücke als identisch betrachtet werden können, scheint es dennoch, daß sie nicht Produkte ein und derselben Werkstätte sind. Hierauf können die kaum etwas abweichenden kleineren Formenvarianten, das Material des Glases, die Anlegung der Nuppen sowie ihre Ausarbeitung verwei­sen. Es ist schwer diese Gruppen auseinanderzuhalten, da wir ja nicht wissen, wie­viel Glasbläser innerhalb einer Werkstätte gearbeitet haben und selbst noch die aus derselben Hand stammenden Stücke aus anderem Material und von anderer Ausarbeitung gewesen sein konnten. Jedenfalls könnte man die Stücke von Sop­ron und den Becher von Csákvár in eine solche einheitliche Gruppe reihen. Wahr­scheinlich gehören die Becher von Brigetio und Aquincum zu einem Kreis, jedoch die Becher aus dem Komitat Tolna und Poetovio sind schon ganz anders. Eben­falls andere Typen sind die südpannonischen Stücke. Aber selbst die von mir ge­kannten norditalischen Glasbecher quadrieren nicht in jeder Hinsicht mit den pan­nonischen Exemplaren. Jedenfalls müssen wir die auffallende Ähnlichkeit zwi­schen dem einen Becher von Sopron (Kat. 31., Abb. 7 : 2) und dem aus der Sy­rischen Ausstellung im Louvre gesehenen Exemplar, wo bloß ein Farbenunter­schied wahrgenommen werden kann, noch einmal erwähnen. Gruppe III Diese Gruppe bildet keine selbständige Einheit und ihre Stücke sind als Streufunde zu betrachten, die wahrscheinlich auf Handelswegen in die Provinz gelangt sind. Der eine fragmentierte Becher kam in Intercisa (Kat. 43., Abb. 8:6) mit grü­nen und blauen Nuppen verziert zum Vorschein. Er kann mit den rheinländi­schen Stücken, wo dies ziemlich häufig ist, identisch angesprochen werden. 5 2 Wir vermuten, daß er aus einem Gebäude des Lagers hervorgekommen ist und sind der Meinung, daß er aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts stammt. Der andere Becher mit dem geschnittenen Rand, dessen Wand mit 4 blauen Nuppen verziert ist, stammt aus dem Kindergrab von Untersiebenbrunn 5 3 (Abb. 8:j). Das Grab kann auf 400-420 datiert werden. Der Becher läßt sich, so wie wir bereits festgestellt haben, nicht mit den Typen der ersten beiden Gruppen in Verbindung bringen, sondern ist vielmehr zu den rheinländischen Typen zu reihen. 5 4 Diese Gruppe wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch weitere Forschungen noch zahlreicher werden. Wir verwiesen schon früher darauf, daß es bereits einige Fragmente gibt, die möglicherweise mit der Rheingegend oder mit rheinländi­schen Einwirkungen in Verbindung gebracht werden müssen. Im 4. Jahrhundert müssen wir mit der Wirkung der Glasindustrie aus Germanien und ihrem Handel rechnen. Der volle Umfang dieser Wirkung kann also erst durch die Bearbeitung des vollen Glasmaterials des 4. Jahrhunderts erhellt werden. * 5 2 Fremersdorf, Taf. 9-15. 5 3 Mitseha-Märheim, H., Dunkler Jahrhunderte goldene Spuren. (Wien 1962) 18.; Werner, f., Beiträge der Archäologie des Attila-Reiches. (München 1956) 21.; Barkóczi, L.-Salamon, A., Arch. Ért. 95(1968) 36. 5 4 Ebd.; Vgl. Fremersdorf, Taf. 19, 23, 27, 28.

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