Folia archeologica 23.
V. Kocztur Éva: Újabb adatok Gorsium őslakosságának háztípusaihoz
NEUERE DATEN ZU DEN HAUSTYPEN DER URBEVÖLKERUNG VON GORSIUM In Gorsium wurde 1964-65 ein Teil der Siedlung der einheimischen Bevölkerung des 2. Jahrhunderts erschlossen. Das archäologische Material dieses Siedlungsabschnittes hat Verfasserin in ihrer Doktorarbeit 1968 ausgewertet. (Publiziert: Alba Regia XII. 1971.) Seitdem sind neuere Siedlungsteile ans Tageslicht gekommen die hier kurz erörtet werden. Die Ausgrabung des Jahres 1968 hat bewiesen, daß die früher gefundenen „runden Bauten" - wie wir es vorausgesetzt haben - tatsächlich Brennöfen waren (Abb. 4, IVk). Diesen vom 2. Jahrhundert an allgemeinen Brennöfen mit rundem Verschluß finden wir sowohl im Barbaricum als auch im Gebiet der Provinzen vor (Abb. 1). 1969 kamen ein neuerer Ofen und zwei weitere Wohngruben zum Vorschein. Unter diesen fanden wir bloß das Haus Nr. 16 völlig intakt. Das Haus Nr. 15 und der Ofen Nr. V wurden durch Bautätigkeit im 3. Jahrhundert zerstört. Das Haus Nr. 16 ist sowohl seinem Fundmaterial wie auch seiner Form nach mit dem früher freigelegten Haus Nr. 10 ähnlich. Unter den Terra sigillata-Gefäßen im Haus Nr. 16 können sowohl die Produkte von Banassac wie auch von Lezoux aus dem 2. Jahrhundert gleichfalls angetroffen werden. Letzten Endes läßt sich also auch dieses in die 2. Periode der Siedlung von Tác (Gorsium) zwischen 165-178 u. Z. zählen. Bei der Suche nach Analogien haben wir versucht zwischen den Ergebnissen unserer und der tschechoslowakischen Siedlungserschließungen eine Parallele zu ziehen. Es konnte festgestellt werden, daß sich in der Ausführung der Häuser starke Ähnlichkeiten zeigen. Die den Charakter der Siedlungen bestimmenden Wirtschaftsfaktoren führten jedoch in den beiden Gebieten zur Entstehung von Siedlungen grundlegend anderen Typs. In Pannonién war ein Großteil der Bevölkerung in der untersuchten Periode in der Landwirtschaft beschäftigt und wohnte auf kleinen gehöftartigen Siedlungen. Dementgegen bildeten sich schon zu Beginn der Latènezeit im tschechoslowakischen Gebiet bedeutende Industrie- und Handelszentren aus. Ein anderer grundlegender Unterschied ist, daß während wir dort auf den Siedlung das LT D- und frühkaiserzeitliche Material gemeinsam vorfingen, kann bei uns diese Kontinuität kaum nachgewiesen werden. In Pannonién hat die römische Eroberung eine völlige Veränderung der Siedlungsverhältnisse nach sich gezogen. In der Tschechoslowakei werde das Leben der Siedlungen durch die Romanisierung nicht gestört und so lebten diese auch zur Römerzeit kontinuierlich weiter.