Folia archeologica 23.

Endre Tóth: Figürlich verzierte Loculus-Platte aus Savaria

FIGÜRLICH VERZIERTE LOCU LU S-PLATTE AUS SAVARIA Endre Tóth Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bewahrt das Ungarische Nationalmuseum von dem Fundort Szombathely ein kleines, mit Inschrift und figürlicher Ver­zierung versehenes Grabplattenfragment (Abb. 1—2). Obwohl das Stück bereits publiziert wurde, 1 wandte man ihm bislang noch keine seiner Bedeutung ent­sprechende und gebührende Aufmerksamkeit zu. Es ist nämlich auch selbst aus dem erhalten gebliebenen Fragment offenkundig, daß das Stück in den Kreis der spätantiken und innerhalb dieser zu den, einen altchristlichen Charakter aufweisen­den Grabplatten gehört. Dies verleiht ihm auch seine Bedeutung: es ist uns nämlich aus Pannonién keine figürlich verzierte und mit ähnlicher Technik er­zeugte Grabtafel, Loculus-Platte bekannt. Das Fragment mit der Inschrift . . . NVSVLP . . . hat zuerst Lajos Bitnitz im Jahre 1821 mit anderen in Szombathely ausgegrabenen Denkmälern zusammen kurz beschrieben. 2 Nach Bitnitz ist der Fundort zweifellos Szombathely, jedoch gab er die näheren Fundumstände und den genaueren Fundort nicht an, sondern berichtete darüber, indem er seine Darstellung und Inschrift kurz beschrieb, als von einem „auf den Feldern von Szombathely" ausgegrabenen Denkmälern. Die Inschriftensammlung von F. Römer - E. Desjardins 3 hält das Stück gleichfalls als ein aus Szombathely stammendes Stück fest und bemerkt, daß es aus der Petrédy­Sammlung 4 in den Besitz des Ungarischen Nationalmuseums gelangt ist. Unsere Inschrift hat Mommsen nicht gesehen, sondern bloß nach Bitnitz in den CIL auf­genommen. 5 Das Fragment ist eine annähernd quadratische, an beiden Seiten glatt bear­beitete Marmorplatte von 18X19 cm-Größe und 35-37 mm-Dicke. Die ursprüng­lichen Ränder sind an keiner ihrer Seiten erhalten geblieben. Sie ist aus Marmor mit rosafarbener Tönung und von guter Qualität. An der rechten Seite und am 1 Bitnitz, L-, TGy 5(i82i):8. 14.; CIL III 4215; Romer, F .-Desjardins, E., A Magyar Nemzeti Múzeum római feliratos emlékei. (Bp. 1873) Nr. 235.; Die römischen Steindenkmäler von Savaria. Hg. von A. Mócsy und T. S^entléleky. (Bp. 1971) Kat. — Nr. 205. Bild 170. 2 Bitnitz, L., a.a.O. 3 Römer, F '.­-Desjardins, E., a.a.O. Nr. 235. 4 Károly Petrédy - Advokat zu Szombathely - hat die in Szombathely zum Vorschein gekommenen römischen Denkmäler systematisch gesammelt. Seine Sammlung wurde vom Herzogen Fülöp von Batthány i828durch Kauf erworben und dem Ungarischen Nationalmuseum geschenkt. Mit dieser Sammlung kam eine größere Anzahl von römischen Steindenkmälern in den Besitz des Museums: CIL III 4152, 4167, 4184, 4187, 4195, 4202, 4208, 4213, 10932, 10933. Vgl. Ivdnyi, В., A körmendi levéltár memorabiliái. Körmendi Füzetek 2. (Körmend 1942) 159-160., Nr. 440-441.; Tardy, L.-Tóth, E., FA 22(1971) 35., Anm. 2. s CIL III 4215.

Next

/
Oldalképek
Tartalom