Folia archeologica 23.

Ilona L. Kovrig: Hunnischer Kessel aus der Umgebung von Várpalota

HUNNISCHER K F.SSEL 121 gehörte, unabhängig davon, welche Provinz oder welcher Provinzteil nach dem Vertrag von 43 3 den Hunnen übergeben wurde, 7 0 und ob zu dieser Zeit in Panno­nién eine Provinzialbevölkerung noch nachgewiesen werden kann. 7 1 Die völlige Ähnlichkeit des in Gallien gefundenen Kesselgriffes mit den Griffen des Kessels von Schestatschi und ihre Verschiedenheit von allen anderen, gestatten den Schluß, daß sie aus derselben Werkstätte stammen. In Luftlinie be­trägt die Entfernung der beiden Fundorte mehr als 2000 km. Wenn die Fundorts­angabe des Kesselgriffes von Frankreich verläßlich ist oder wenigstens sicher in Gallien gefunden wurde, kann man ihn entweder mit dem Feldzug Attilas im Jahre 451 oder mit den hunnischen Hilfstruppen von Aëtius in Zusammenhang bringen 7 2 und der Kessel von Schestatschi mag ein Denkmal der sich an den Dnjester zurückgezogenen Hunnen sein. In den letzten Jahren kamen sowohl in Ungarn als auch in Rumänien und in der Sowjetunion, in SO-Ukraine, zahlreiche Gräberfunde aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts zum Vorschein. Es ist zu erwarten, daß bei ihrer Bearbeitung, be­sonders der geschlossenen Funde, eine bessere Basis zur Kenntnis der Probleme dieser Zeit geschaffen wird. 7 0 Dieses Gebiet dürfte nach A. Mócsy vielmehr ein größeres Gebiet Südpannoniens ­samt Siscia-gewesen sein: Acta Arch. Hung. 1971. 358. 7 1 Zu diesem letzteren vgl. Bona, /., Die pannonischen Grundlagen der langobardischen Kultur im Licht der neuesten Forschungen. Problemi délia civiltà e dell'economia langobarda. (Milano 1964) 77 ff.; Ders., Abriß d. Siedlungsgeschichte Ungarns in 5.-7. Jh. und die Awaren­siedlung von Dunaújváros. ArRoz 20(1968) 603 ff.; Ders., AnTan 1969. 286. 7 2 Auch J. Werner zieht diese beiden Möglichkeiten in Betracht: a.a.O. 94.

Next

/
Oldalképek
Tartalom