Folia archeologica 23.
Ilona L. Kovrig: Hunnischer Kessel aus der Umgebung von Várpalota - Anhang 1. Károly Zimmer – Márta Járó: Spektrographische Untersuchungen von hunnischen Kesseln
Anhang I SPEKTROGRAPHISC HE UNTERSUCHUNGEN VON HUNNISCHEN KESSELN Károly Zimmer - Márta Járó Wir haben die Identifizierung der Funde mittels Spektralanalyse durchgeführt, u. zw. durch Vergleich der Zusammensetzung. Das Wesen der verwendeten Methode liegt darin, daß solche Spektren verglichen wurden, die durch dieselbe Probennahme, bei denselben Anregungsund anderen Aufnahmebedingungen verfertigt wurden. Das interessante im Verfahren ist, daß die Identität bzw. Verschiedenheit der Elementenkonzentration der Gegenstände auch ohne die Kenntnis des richtigen Legierungs- (bzw. Verunreinigungs-) gehaltes bestimmbar ist. BESCHREIBUNG DES VERFAHRENS Die Probenahme erfolgte - nach sorgfältigem Entfernen der Patinaschichte - von der Kesselwand, vom Fuß und Griffbügel mit einem Spiralbohrer, was wegen dem Unfang des Befundes möglich war. Wir verwendeten Wechselstrombogenanregung: diese Anregungsart ermöglichte sowohl die Erreichung der entsprechenden Nachweisbarkeit der Elemente, wie auch die Analyse der Legierungsbestandteile und Verunreinigungen von kleineren und größeren Konzentrationen aufgrund einer einzigen Spektralaufnahme 1 und schließlich auch die notwendige Genauigkeit. In den Kelch der aus Graphit verfertigten Trägerelektroden wurden die Spanproben gleicher Mengen gefüllt, und zwar in 2 mm Abstand von der Gegenelektrode. Die Stromstärke war 7,3 A, die Belichtungszeit 3,5 Minuten. Es wurde ein Quarzspektrograph ISP 28, mittlerer Dispersion, mit einer Spaltbreite von 1 5 m, mit Zwischenabbildung verwendet. Die Spektren wurden auf Spektralplatten Gevaert Scientia 23 D 56 aufgenommen. Aufgrund der qualitativen Analyse fanden wir 13 Elemente als charakteristisch. Diesbezüglich wurden halbquantitative Spektralanalysen durchgeführt; eine genaue quantitative Analyse war wegen der inhomogenen Zusammensetzung der unterschuten Gegenstände überflissig 2. Die Schwärzungen der Analysenlinien der Elemente wurden ihren zunehmenden Intensitäten entsprechend mit steigenden Nummern versehen und diese wurden für jedes Element gesondert miteinander verglichen. Die Größenordnung der Konzentrationen wurde durch Vergleich mit solchen Spektren bestimmt, die von Standardproben aus Kupferlegierungen der Fa. Johnson Matthey and Co. aufgenommen wurden. Die von den Anregungsumständen verursachten Schwankungen wurden so beseitigt, daß von den Linienschwärzungen der Legierungsbestandteile die Schwärzung je einer Kupferlinie (Grundmetall) entsprechender Wellenlänge und Schwärzung abgezogen wurde. (Tabelle 1). Auswertung Aufgrund der Meßdaten kann man auf die Abweichungen der Zusammensetzung folgern und aufgrund dessen muß auf zwei Fragen Antwort gegeben werden, u. zw. inwiefern die verschiedenen Teile je eines Fundes bzw. der verschiedenen Funde identisch betrachtet werden können. 1 Zimmer , K.— Szabó, Z. L.-Patay, P., Magy. Kém. Foly. 68(1962) 515. 2 Zimmer, K., Vortragsband der XIV. Ung. Tagung für Emissionsspektralanalyse. Ausgabe d. Wiss. Verein für Maschinenbau. (Bp. 1971) 131.