Folia archeologica 21.

Sándor Soproni: Römische Meilensteine aus Százhalombatta

RÖMISCHE MEILENSTEINE 11 i zeit des Steines kann auf das Jahr 237 gesetzt werden. 5 Laut des von J. Fitz un­längs zusammengestellten Inventars 6 sind von dieser Strecke 14 Meilensteine des Kaisers bekannt. Der jetzt zum Vorschein gekommene 15. Meilenstein kann in die in den Jahren 235-237 erfolgten allgemeinen Straßenausbesserungsarbeiten des Kaisers gut eingefügt werden. 7 Als Fortsetzung der noch von Alexander Severus begonnenen Straßenausbesserung war die Arbeit von Süden her in Richtung Aquincum im Gange. 8 Die Meilensteine des Maximinus kamen im allge­meinen an den nördlichen und südlichen Enden der Strecke Aquincum-Mursa zum Vorschein. Unser Meilenstein, der die XXII. Meile angezeigt hat, ist der süd­lich entferntest zum Vorschein gekommene Stein der nördlichen Strecke. 9 Der Meilenstein des Florianus steht in dem pannonischen Denkmalmaterial allein, inschriftliche Steindenkmäler waren von dem Kaiser bisher aus dem Gebie­te der Provinz noch nicht vorhanden. Die Inschrift von Florianus enthält außer der vollen Titulatur des Kaisers nur die Meilenangabe MP XXII, die mit der Anga­be der ursprünglichen Inschrift identisch ist. Der größte Teil der von Florianus bekannten Inschriften sind Meilensteine, es sind aus Dalmatien zwei Stücke, 10 aus Britannien ein, 1 1 aus Gallien ein 1 2 und aus Germanien ebenfalls ein Meilen­stein bekannt. 1 3 Die Inschriften des Florianus kamen fast ausnahmslos aus den westlichen Provinzen zum Vorschein, wo er überall als Herrscher anerkannt war. 14 Wie bekannt, ist der ihm gegenüber zum Kaiser erhobene Probus in Kilikien und in Ägypten an die Macht gekommen. Jedenfalls können wir jenem Umstand, daß zu Ehren des nicht ganz drei Monate lang herrschenden Kaisers gerade in Panno­nién ein Meilenstein gesetzt wurde, Beachtung schenken, da ja sein Gegner aus Pannonién gestammt hat. Durch die in aller Eile errichtete Inschrift - es handelt sich nicht um eine neue, sondern um eine umgemeißelte - wollte die pannonische Limesgegend bestimmt gegenüber dem als legal angenommenen Kaiser Florianus ihre Treue beweisen. 2. Der Meilenstein des Kaisers Philippus. Der zylinderförmige Meilenstein war in zwei Teile zerbrochen, sein unterer Teil ist fragmentarisch (Abb. 2/4-5 und Abb. 8). Er besteht aus Sandstein, seine Höhe beträgt 172 cm, sein Durch­messer 40 cm. 1 5 Die Fläche des Meilensteines war von einer weißen, stukkoartigen, stark abgewetzten Schicht bedeckt. Auf den Buchstaben sind Spuren einer roten Bemalung wahrzunehmen. Die Buchstaben der Inschrift blieben in einem guten Zustand erhalten, ihre Lesung verursacht keine besonderen Schwierigkeiten. 5 PIR 2 4 no. 619. 288f. 6 Fitz]., Arch. Ért. 83 (1956) i97f. 5 Bezüglich der nördlich von Aquincum zum Vorschein gekommenen Meilensteine: Soproni S., Arch. Ért. 78 (1951) 46. a Fi/z /•> Arch. Ért. 1956. 201. 9 Die Steine des Maximinus sind an der nördlichen Strecke von den Meilen AB AQ MP III (CIL III 3708), MP VI (CIL III 3711 = 10621), MP VIII (CIL III 3716 und 10626) bekannt. Südlich von unserem Stein MP XXII sind weitere Steine bloß von der Meile MP XLVII an wie­derum bekannt. 1 0 CIL III 10061, 14019. 1 1 CIL VI 1156. 1 2 CIL XIII 8895. 1 3 CIL XIII 9151. - Bezüglich der übrigen Inschriften des Florianus vgl. PIR 2 1 no. 649 no 1 1 Rhoden, P., M. Annius Florianus. PWRE I. (Stuttgart 1894) 2266. 1 5 Inv.-Nr. 67.43.1.

Next

/
Oldalképek
Tartalom