Folia archeologica 21.

B. Bónis Éva: A brigetioi sávos kerámia

STREIFENVERZIERTE KERAMIK 89 vor. 4 2 Die späteren, vor allem durch Wellenlinien verzierten Varianten der strei­fenbemalten Gefäße, die henkellosen und zweihenkligen Krüge vom Ende des 2. Jahrhunderts und dem Beginn des 3. Jahrhunderts sind uns aus Vindobona bekannt. 4 3 In verhältnismäßig wenigen Exemplaren kommt die streifenverzierte Keramik in Aquincum 4 4 und fast kaum in Vetus Sahna vor. 4 5 Das dreihenklige, streifenverzierte Gefäß erscheint auch in Intercisa, 4 0 doch wurde diese Art der Keramik dort nur sporadisch angetroffen. 4 8 Wie es aus dem obigen hervorgeht, ist die streifenverzierte pannonische Keramik am frühesten in Süd- und West­pannonien beheimatet, kommt hie und da auch im Inneren der Provinz vor, doch ist sie dem ostpannonischen Limes entlang selten. Die größte Blütezeit hat die streifenverzierte Keramik demnach in Brigetio im 2. Jahrhundert, insbesondere zur Zeit der zweiten Hälfte dieses und zu Beginn des 3. Jahrhunderts erreicht. Auffallend ist jedoch, daß die Hauptformen, beson­ders der henkellose Krug und der eiförmige Topf die Töpfertraditionen der Spâtlatènezeit widerspiegeln. 4 8 In Brigetio gab es keine Urbevölkerung, 4 9 und es kann festgestellt werden, daß diese Gefäßformen nicht örtlich entstanden sind. Man kann jedoch nicht annehmen, daß die streifenverzierte Keramik von Brigetio die einst in Vindonissa oder in seiner Umgebung garnisonierten Legionen 5 0 mit sich gebracht hätten, da dieser Gefäßtyp in Vindonissa gar nicht vorkommt. Im Falle der im Material der früher in Gang gesetzten Töpfersiedlung am Szőny­Kuruc-Hügel 5 1 (Brigetio) häufig vorkommenden marmorierten Keramik können die Wechselbeziehungen zwischen Rhein und Donau vielmehr in Betracht kom­men. E. Ettlinger sieht zwischen den östlichen Provinzen, Vindonissa und den Lagern an der mittleren Donau Beziehungen in der feineren marmorierten Kera­mik. 5 2 Im Rheingebiet finden wir die auf die gemeinsame spâtlatènezeitliche Ur­form zurückführbare eiförmigeTopfform, 5 3 jedoch nicht als rotgestreifte Variante, sondern meistens in grauer Ausarbeitung. Wie ersichtlich, finden wir die mit einer feineren Technik ausgearbeiteten Vorgänger der streifenverzierten Keramik von Brigetio in der Umgebung von Poetovio. Unter der Bewohnerschaft der Canabae von Brigetio haben L. Bar­kóczi und A. Mócsy 5 4 insbesondere das südpannonische Element und eine ganz geringzahlige Urbevölkerung nachgewiesen. Es ist anzuhennen, daß die Beliebt­heit der steifenverzierten Keramik mit den südpannonischen Beziehungen in Verbindung steht. Auffallend ist jedoch, daß die vorgeführte streifenverzierte Keramik, die die keltischen Töpfertraditionen so augenfällig zeigt, in Brigetio nur zur Mitte des 2. Jahrhunderts ihre Blütezeit erreicht hat. Eine damit parallele Erscheinung ist in den Westprovinzen im Falle der spâtlatènezeitliche Traditionen zeigenden, rotbemalten Ware (insbesondere halbkugelige Schüsseln) 5 5 und der sog. belgischen Ware zu sehen. E. Ettlinger wies darauf hin, daß es sich hier nicht um eine Renaissance der keltischen Töpferei, sondern um einzelne Abschnitte der kontinuierlichen Entwicklung handelt. 5 8 Trotzdem, daß Brigetio - dem kelti­schen Namen entgegen - über fast keine Urbevölkerung verfügte, muß dennoch mit der Gegenwart einer solchen in der Umgebung gerechnet werden. Es sieht so aus, als hätte zur Befriedigung der keramischen Ansprüche des sich in Ent­wicklung befindlichen und über eine angestiegene Seelenzahl verfügenden Brige­tio die Zahl der zur Legion gehörenden Handwerker nicht genügt, und so müßten auch die mit keltischen Traditionen durchtränkten Töpfermeister der Umgebung in die Produktion einbezogen werden. Während auf der etwas früher produzie-

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