Folia archeologica 21.

B. Bónis Éva: A brigetioi sávos kerámia

88 É. В. BONIS 3. Der dritte Typ des Tussla-Fundkomplexes ist das kugelige und henkellose Gefäß mit zylindrischem Hals (Abb. 3/1 = Abb. 4/7). In Brigetio wurde dieser Typ in zahlreichen Exemplaren vorgefunden, es sollen hier zwei ihrer Varianten vorgeführt werden. Das Gefäß mit dem gerippten Hals (Abb. 5/4) stammt aus dem Gerhät-Gräberfeld vom Anfang des 3. Jahrhunderts, 2 0 das andere Exemplar mit dem leicht geschweiften Hals (Abb. 5/5) bildete die einzige Beigabe im Grabe ein Gräberfeldes der Militärstadt. 2 1 4. Die vierte Haupttyp ist die weitmündige, einhenklige Kanne (Abb. 2/1-3, Abb. 4/6). Ihre Verzierung besteht aus dem am Rande, Henkel und an der Schul­ter im breitem Streifen unlaufenden, matten, rötlichbraunen Überzug. Im Laufe der Erforschung der Parallelstücke der großen einhenkligen Kanne in Brigetio führen wir zwei deformierte Gefäße 2 2 vor (Abb. 5/8 = Abb. 9/1 und Abb. 9/2), die aus der Töpfersiedlung „Gerhát" stammen. Diese Töpfersiedlung war laut der Bestimmung von K. Pöczy von der Regierung Hadrians an, bis zu den 20er Jahren des 3. Jahrhunderts stätig. 2 4 Auf Grund der Lage des Tussla-Gutes, der Erwäh­nung des Bahnbaues und der Identität der Kannen faßten wir die Mei­nung, daß unser Fundkomplex zu einem Ofen der Gerhát-Töpfersiedlung gehört. Überblicken wir nun, welche Typen der streifenverzierten Keramik in Brigetio noch beliebt waren. Diese sind in dem Tussla-Material nicht vertreten. Aus dem Grab Nr. 116 des sog. Cecilia-Gräberfeldes 2 5 stammt aus dem zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts ein zweihenkliger Krug (Abb. 5/6) mit roter Zone und Rädchenverzierung. 2 6 Viel häufiger als dieser sind die auf ähnliche Weise verzier­ten einhenkligen Krüge 2 7 (Abb. 5 /7). Die mit einfacher Zone verzierten Varian­ten dieses Typs sind uns aus der Gerhát-Töpfersiedlung 2 8 und aus Gräbern bekannt (Abb. 10/2). 2 9 Das dreihenklige Gefäß, das mit einer rädchenverzierten Zone bedeckt ist (Abb. 5/9 = Abb. 10/1), erscheint bereits in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. 3 0 Obwohl sich das Hauptzentrum der streifenverzierten Keramik im 2. Jahrhundert und zu Beginn des 3. Jahrhunderts auf Grund des Gesagten in Bri­getio befindet, überblicken wir auch die Verbreitung dieser Gefäßart in Panno­nién. Die frühesten Exemplare der streifenverzierten Keramik kamen in Poetovio und dessen Umgebung zum Vorschein. Hier wird der henkellose Krug in einer feinen Ausarbeitung, mit ausladendem Rand, meist mit Rädchenverzierung be­deckt hergestellt. 3 1 Auch der eiförmige Topf mit waagerechtem Rand kommt in zahlreichen Varianten vor. 3 2 Die rotgestreiften Gefäße waren zur Zeit der Flavier in der Umgebung von Poetovio bereits verbreitet. 3 3 In Westpannonien kam aus einem frühkaiserzeitlichen Gräberfeld in Savaria ein streifenverzierter, henkel­loser Krug zum Vorschein. 3 4 Im Material der vom Ende des 1. Jahrhunderts und aus dem 2. Jahrhundert stammenden Hügelgräber sind in der Gruppe der Umgebung des Neusiedler-Sees vor allem die topfförmigen, streifenbemalte Gefäße häufig. 3 5 Die verschiedenen Varianten der eiförmigen Gefäße erscheinen in den Hügelgräbern der Umgebung von Poetovio, 3 6 Mezöszilas 3 7 und Felső­cikola 3 8 (Abb. 11/2). Aus derselben Periode sind uns streifenverzierte Gefäße aus den Gräberfeldern von Mány 3 9 und Pázmánd (Abb. 11/1) (Komität Fejér), sowie aus dem südpannonischen Gräberfeld von Kékesd 4 0 bekannt. In Siedlun­gen kommen sie in Gorsium 4 1 und im Material der Töpfersiedlung von Bicsérd

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