Folia archeologica 21.

Sándor Soproni: Römische Meilensteine aus Százhalombatta

RÖMISCHE MEILENSTEINE 11 I ftigung stehenden Stelle bloß eine Zeile der Inschrift Platz gehabt. Die Formulie­rung der Inschrift sowie ihre Buchtsabentypen deuten klar auf das Ende des 3. Jahrhunderts und auf das 4. Jahrhundert hin. In der fehlenden - damnierten Zeile - ist unseres Ermessens das Unterbringen - selbst in abgekürzter Form ­von keinem einzigen Kaisernamen möglich, insbesondere wenn wir auch noch die Formel d(omino) n(ostro), die auf Grund der weiteren Formulierung der Inschrift nötig wäre eigens hinzuschreiben möchten. Gegen die Damnation spricht auch die gründliche Untersuchung der Oberfläche des Steines. Die Fläche der vorausgesetzten ersten Zeile befindet sich mit dem Inschriftenfeld des ganzen Steines in einer Ebene. Die Buchstaben der Inschrift sind ziemlich tief eingraviert,so hätte man bei einem Wischen, um den eventuellen Kaisersnamen zu löschen, zumin­dest eine 3-4 mm tiefe Schicht entfernen müssen. Weder mit unbewaffneten Au­gen, noch auf dem vom Stein gefertigten Abdruck konnten selbst bei der genaue­sten Überprüfung auf eine Damnation verweisende Spuren gefunden werden. Aus der Überprüfung der Oberfläche des Inschriftenfeldes geht hervor, daß zwi­schen der fehlenden Zeile und dem Feld der erhalten gebliebenen Inschrift die Meißelspuren der ursprünglichen Oberflächenbearbeitung kontinuierlich ver­folgt werden können, auf dem Teil über der ersten Zeile der Inschrift setzen sich die Meißelspuren auch an der Stelle der fehlenden Zeile regelmäßig fort. Zufolge des mangelhaften Zustandes der Inschrift muß nicht unbedingt an eine Damnation gedacht werden. Auf dem einen Meilenstein des nahen Noricums finden wir nämlich eine fast gleiche Inschrift: 3 9 Perpetuo Imp(eratori) Aug(usto) n(ostro). Die Formulierung der Inschrift unterscheidet sich - die Abkürzungen außer acht gelassen - von unserem Steine nur darin, daß auf dem Stein von Nori­cum die Meilenangabe fehlt. Es lohnt sich zu erwähnen, daß auch auf unserer Inschrift die Distanzangabe mangelhaft ist, da die Formel AB AQ MP fehlt. Bei der Bestimmung des fehlenden Kaisernamens sind wir bloß auf Vermu­tungen angewiesen. Laut Egger stammt der Meilenstein von Noricum vermutlich aus der Zeit Diocletianus, und dieser Annahme schließt sich auch Deringer an. Die Akklamation des Imperators verlor seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhun­derts ihre frühere Bedeutung und von der Tetrarchiezeit angefangen legte sich ein jeder Kaiser fast automatisch jährlich den Titel des Imperators bei, 4" und in der kaiserlichen Titulatur erscheint auch der Titel des aeternatus imperátor 41 und perpetuus imperátor. 4 2 Dieser letztere kommt auch im Titel mehrerer Kaiser vor. Das früheste Vorkommen des Titels finden wir an den Meilensteinen von Aurelianus, 4 3 sodann auf den Inschriften des Diocletianus, 4 4 Maximianus, 45 Constantinus 4 0 und Constantius II. 4 7 Vom Gesichtspunkt der Ergänzung unserer 3 9CILIII 5713.; Egger, R., Teurnia. Carinthia I. 136-138 (1948) 275.; Deringer, H., Die römischen Meilensteine der Provinz Noricum. Carinthia I. 143 (1953) 758. Nr. 55. 4 0 Rosenberg, Imperator. PWRE IX. (Stuttgart 1916) 1151-1152. 4 1 Dessau, 614, 5900, 8947. 4 2 Prinz, O., Thesaurus Linguae Latinae. VII/i. (Leipzig 1934-64) 559f. 4 3CIL VIII 10133, 10076 = 22058 (perpetuo imp.) und 10217 (perpetuo victoriosissimo indulgentissimo imp.). 4 4 CIL III 324, 7173, 6528 = 11832. 4 5 CIL III 6528 = 11832. 4 0 CIL III 6751, VIII 2721, X 677. 4" CIL VIII 10255.

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