Folia archeologica 20.

Sándor Soproni: Über den Münzumlauf in Pannonién zu Ende des 4. Jahrhunderts

MÜNZUMLAUF IN PANNONIÉN 77 funde von Veszprém, Árpás, Öcsöd usw., die nach 375 in die Erde gelangt sind, da ja auch die Prägungen von Valentinian II., Theodosius und Arcadius unter ih­nen vorkommen. Besonders interessant zu untersuchen ist die Zusammensetzung des Veszprémer Fundes: 5 4 In dem aus 6820 bestimmten Stücken bestehenden Funde beträgt die Zahl der nach 375 geprägten Münzen 15 St., insgesamt o,oz°/ Q des gesamten Schatzfundes ! 55 Die Verbergungszeit des Schatzfundes ist: terminus post quem 387. Mehr als 4/5 des verborgenen Schatzes stammt aus der Zeit Valentinians, aus den Jahren zwischen 364-375. Die Münzschatzfunde geben über den Münzumlauf je eines Gebietes im allgemeinen ein treues Bild und so müssenwir sowohl den Veszprémer Fund wie jeden anderen Fund als ein annähernd treues Bild des in der Provinz kursierenden Münzmaterials betrachten. Aus dem Veszprémer Beispiel sehen wir, daß in den Jahren um 380 herum Prägungen aus der Zeit zwischen 364-375 in Umlauf waren, ja der Großteil des Münzumlaufes mit diesen abgewickelt wurde. Weitergehend: wir haben keinen Grund zu bezweifeln, daß die Lage auch später, also ganz bis %um Zeitpunkt der JLäumung der Proving unverändert geblieben ist. Unter den nach dem Tode Valentinians in die Erde geratenen Schatzfunden kommen auch einige spätere Prägungen vor. Diese fast sporadisch auftauchenden Prägungen dürften nach 375 durch den alltäglichen Münzumlauf in unsere Funde geraten sein: sie gelangten durch den Handelsverkehr, durch die Reisen usw. auf das Gebiet unserer Provinz und in unsere verborgenen Schatzfunde. Auf Grund des oben gesagten taucht die Frage der Datierung der spätrömi­schen Münzfunde auf. Nach 375 gelangen nämlich die Neuprägungen nur spora­disch in diese Funde. Das Veszprémer Beispiel hat uns gezeigt, daß man die Menge die aus der Münzprägung der letzteren Jahrzehnten vor der Verbergung in den Fund gelangt ist, prozentmäßig fast zu vernachlässigen kann. Noch schlimmer ist die Lage bei dem Münzfund von Öcsöd, 5 6 der zwar aus dem Barbaricum stammt, jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach pannonischen Ursprunges ist, 5 7 in dem sich unter den mehr als 2000 Münzen nur 3 Prägungen Valentinians II. vorkommen. Ähnliche Proportionen können auch bei den, mit den Jahren nach 375 schließen­den übrigen Münzfunden beobachtet werden. Prozentmäßig genommen ist die Wahrscheinlichkeit dessen, daß in jeden Schatzfund irgendwelche Prägung aus den Jahren nach 375 hineingelangt, verhältnismäßig gering. Die Lage ist jedoch auch bei den Schatzfunden, welche mit den Prägungen aus den Jahren 374-375 schließen, dieselbe. Untersuchen wir die von M. R. Alföldi unlängst zusammen­5 4 B. Sey K., NK 60-61(1961-62) 29. und R. Alföldi, А., а. а. О. 104. 5 5 Dazu müssen wir auch noch den Umstand in Rechnung stellen, daß sich aus den späten Valentinianischen Serien, aus den Serien Q, F, S auffallend wenige Stücke im Fund befin­den. 6 0 fonds E., NK 28-29(1929-30) 30. 5 7 Soproni S., DMÉ 1968.116. Zur Zeit Konstantins Constantius II. Valentinian-Arcadius insgesamt bestimmt Vor Konstantin Zwischen 361-364 5 St. 0,007% 71 St. 1,05 % 664 St. 9,44 % 211 St. 3,09 °/o 5869 St. 85,05% 6820 St. 99,627%

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