Folia archeologica 20.

Sándor Soproni: Über den Münzumlauf in Pannonién zu Ende des 4. Jahrhunderts

7° S. SOPRONI der Inschrift erwähnten Lagers kann zwischen 364 und 367 gesetzt werden, da auf der Inschrift der Name des Kaisers Gratian noch nicht vorkommt. Die Inschrift wurde neuerdings auf Grund der historischen Geschehnisse richtiger­weise auf das Jahr 367 datiert 3 8. Die Inschrift reicht uns bei der Bestimmung der Bau- bzw. Umbauzeit der pannonischen Lager entsprechende Hilfe. Es scheint wahrscheinlich zu sein, daß auf Verordnung Valentinians zuerst die vorhandenen größeren Objekte des Festungssystems in Ordnung gebracht wurden: die Arbei­ten wurden mit dem Neubau der beschädigten Lager begonnen und wo es nötig war, dort auch neue Militärlager errichtet. Durch die dichte Anlegung der Lager entlang des Limes von Valeria - durchschnittlich 10-1 5 km -, ist den Wie­deraufbauenden eine mächtige Arbeit zugefallen. Diese umfangreichen Bau­arbeiten dürften auf Grund der sich auf den Münzumlauf beziehenden An­gaben zwischen 366-370 durchgeführt worden sein. Die Arbeiten wurden wahr­scheinlich im Jahre 366 begonnen und haben ihren Höhepunkt 367 erreicht. 39 im Münzumlauf der Provinzen Valeria und Pannónia prima treten die Prägungen des Jahres 367 auch im Vergleich zu den verhältnismäßig hohen Durchschnitts­werten der anschließenden Jahre in auffallendem Maße hervor: die Zahl der in diesem Jahre in Umlauf gelangten Münzen verdoppelt sich beinahe. 4 0 In den Jahren 368-369 nimmt der Münzumlauf - obwohl er noch immer ein hohes Niveau vertritt - allmählich ab. Im Jahre 370 können wir einen gewissen Anstieg beobachten. Diese Zunahme kann unserer Meinung nach mit dem im Jahre 370 nach längerer Pause den Soldaten wiederum ausgezahlten Sold in Zusammenhang stehen 4 1. Es scheint nämlich wahrscheinlich, daß die, für den Bau bestimmte Summe in den Jahren 368-370 allmählich abgenommen hat, das Hervorspringen im Jahre 370 kann nicht die Steigerung der Bautätigkeit bedeuten, insbesondere wenn man die Angaben der nächsten Jahre in Betracht zieht. Das Jahr 371 bringt im Münzumlauf der Limesgegend eine bedeutende Än­derung herbei: Die Anzahl der kursierenden Münzen vermindert sich zu einer ganz geringen Menge und bleibt drei Jahre hindurch auf einem minimalen Niveau. Besonders beachtenswert ist der scheinbare Gegensatz zwischen dem Münzum­lauf der Jahre 371-373 und dem in diesen Jahren entlang des Limes von Valeria wahrnehmbaren Burgusbau. 4 1 Es ist bekannt, daß der Ausbau der Wachttürme der Limes in Valeria sich auf diese Jahre setzen läßt. Die Bauinschrift des Commer­cium genannten Burgus von Esztergom stammt aus dem Jahre 371, 4 3 die Inschrift des Wachtturmes von Visegrád aus 372. 4 4 Diese Inschriften zeigen, daß die 3 8 Nagy T., Kunstdenkmäler . . . 106., Anm. 425. 3 9 Darauf verweist auch Lányi V., а. а. О. 43. 4 0 Dies steht mit der Thronbesteigung Gratians nicht im Zusammenhang, da es nur ver­hältnismäßig wenige von ihm stammende Prägungen gibt. 4 1 Amm. Marc. 28, 6, 12.; Bezüglich weiterer Soldzahlungszeitpunkte vgl. Várady L., а. а. O. 85. Anm. 4. 4 2 Lányi V., а. а. О. Ihrer Meinung nach können wir nach 370 auf unserem Limesab­schnitt mit keiner intensiven Beutätigkeit rechnen. 4 3 CIL III 3653 = Dessau 785. 4 4 Soproni S., Burgus-Bauinschrift . . . 138.-; Im Gegensatz zur Meinung von Mócsy A. (а. а. О. 639) laut der „Sicher valentinianisch sind eigentlich nur die mit Inschrift versehenen Burgi" vgl. meine Auseinandersetzungen а. а. O. 142.-

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