Folia archeologica 20.

Sándor Soproni: Über den Münzumlauf in Pannonién zu Ende des 4. Jahrhunderts

MÜNZUMLAUF IN PANNON IÉN 75 Wachtturmkette auf dieser Strecke im Jahre 371-372 ausgebaut wurde und die Bauarbeiten wahrscheinlich auch 373 fortgesetzt wurden. 4 5 Die neueren Ausgra­bungen und Forschungen auf dem Limesabschnitt zwischen Aquincum und Bri­getio haben mehrere Dutzend Wachttürme, die fast ausnahmslos unter der Herr­schaft Valentinians erbaut wurden, geborgen. 4 0 Der Münzumlauf bzw. die Menge der kursierenden Münzen, war gerade zur Zeit der Burgusbautätigkeiten die ge­ringste. Betrachten wir jedoch die in den folgenden Jahren in Umlauf gekommene Münzmenge, so finden wir für den scheinbaren Gegensatz eine Erklärung. Zu dem in großem Umfang unternommenen Lagerneubau fließt das Geld der Limes­gegend zu. Nach dem Neubau der Lager hat der Ausbau der Wachtturmkette in seinen Maßen unvergleichlich eine geringere Arbeit bedeutet, da ja diese Wacht­türme zumeist nur eine Grundfläche von etwa 10 X 10 m haben. Die in den vor­angehenden Jahren emittierte und kursierende Münzmenge hat den Bedarf reich­lich gedeckt, deshalb war die Emission eines neuen Geldes in der Limesgegend nicht nötig. 4 7 Den Bau der Wachttürme haben laut der Inschriften die Soldaten der legio I. Martia durchgeführt, die Bauarbeit erfolgte daher fast in „häuslicher Betreuung" und verschlang nicht so große Summen, die die Vermehrung des kursierenden Münzbestandes nötig gemacht hätte. Im Münzumlauf der Valentinianischen Zeit können wir in den Jahren 374­375 von neuem einen Zuwachs beobachten: die Anzahl der kursierenden Neuprä­gungen steigt im Vergleich zu den vorangehenden Jahren etwa auf das Doppelte, beträgt jedoch auch so nur etwa die Hälfte der aus den Jahren vor 371 stammenden Münzmenge. Dieses Anwachsen können wir zum größten Teil mit der geringeren neuen Bautätigkeit nach dem quadisch-sarmatischen Einfall des Jahres 374, 48 deren Spuren an mehreren Stellen der Ausgrabungen auch beobachtet wurden, in Zusammenhang bringen. 4 9 Im Anstieg des Münzverkehrs dürfte auch der Feldzug Valentinians gegen die Quaden in den Jahren 374 und 375, der hier entlang des valerischen bzw. pannonischen Limes geführt wurde, gleichfalls mitgespielt haben. 5 0 Der Münzverkehr der Provinz Valeria war unter der Herrschaft von Valen­tinian, wie wir beobachten konnten, mit der Geschichte des Festungssystems der Provinz in engem Zusammenhang. Fast jede Phase des Münzverkehrs unterstützt unsere auf die Geschichte des Limes dieses Gebietes bezüglichen Kenntnisse und ergänzt gut das inschriftliche und archäologische Quellenmaterial. Wie bekannt, enthalten die aus dem letzten Drittel des 4. Jahrhunderts stam­menden Schatzfunde in gewisser Menge auch vorvalentinianische Prägungen. 4 5 Amm. Marc. 29, 6, 3-4. 4 6 Bezüglich des Abschnittes zwischen Aquincum - Szentendre: Nagy L., Budapest törté­nete I/2 (Die Geschichte von Budapest). (Bp. 1942) 747.-; Bezüglich des Abschnittes zwischen Visegrád - Esztergom: Soproni S., Spätrömische. . . 139.-; Bezüglich weiterer Wachttürme : Soproni S., Arch. Ért. 87(1960) 270.-; Ders., Arch. Ért. 87(1960) 236.; Póczj K. - C^eglé­dy I., Arch. Ért. 89(1962) 192.-; Soproni S., Arch. Ért. 94(1967) 222-. 4 7 Über die weitere Benützung der Prägungen der Prägestätte von Siscia Lányi V., а. а. О. 44. 4 8 Zusammenfassend Patsch, С., Beiträge zur Völkerkunde von Südosteuropa III. SbAW 208:2(1928).; Ders., SbAW 209:5(1929).; Budapest története I/2. 684. 4 9 Über den Neuaufbau zusammenfassend Alföldi A., Der Untergang ... I. 83.; Soproni S., Arch. Ért. 87(1960) 270. und Ders., Burgus-Bauinschrift . . . 141. 6 0 Amm. Marc. 29, 6, 6-16.; Hierauf verweist auch Lányi V., а. а. О. 45-.

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