Folia archeologica 19.

Zoltán Kádár: Ikonographische und religionsgeschichtliche Bemerkungen zu den Zierscheiben von Rakamaz

io6 Z. KÁDÁR Abb. 52. Beide Zierscheiben werden an ihrer Vorderseite gleichfalls von je drei figura­len Tierkampfszenen verziert, an ihrer Rückseite umzeichnet sich die negative Musterung vollkommen. In der Szene kommen ausschließlich Vögel vor, was der Darstellung, da ja solche bisher unbekannt waren, eine besondere Wichtigkeit ver­leiht, obwohl der Kampf des grossen, frontal mit ausgebreiteten Flügeln einge­stellten Vogels mit dem Löwen uns bereits aus dem sumerischen Denkmalmaterial des 3. Jahrtausends v. u. Z. als eine uralte Komposition bereits bekannt ist, 8 ferner in Europa auf den spätbyzantinischen Textilresten, die den Einfluß der persischen Kunst zeigen, gleichfalls vorkommen. 9 Der Kampf von Vögeln ist jedoch in der Kunst des antiken Orients, sowie zur Zeit der Völkerwanderung, mit Ausnahme des angelsächsischen Fundes von Sutton Hoo aus dem 7. Jahrhundert kaum bekannt. Bei diesem letzteren können wir auf der Metallverzierung eines Geld­beutels einen Adler, der gerade eine Ente erbeutet, sehen. 1 0 Nach einem unmittel­baren Vorbild der dreifigürlichen Komposition, die der Darstellung von Rakamaz ähnlich ist, haben wir jedoch vergebens geforscht. Eben deshalb verdient diese Komposition eine gründlichere Untersuchung. 8 Mit Anthemion bemalte Vase: Schäfer, H. —Andrae, W., Die Kunst des alten Orients. (Berlin 1925). S. 462; Relief: Champdor, A., Kunst Mesopotamiens. (Leipzig 1964). Taf. 105. 9 Z. B. Falke , O., Kunstgeschichte der Seidenweberei. (Berlin 1913) Abb. 249, 254. (11—12. Jahrhundert). 1 0 Green, Ch., Sutton Hoo. (London 1963) frontispiece.

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