Folia archeologica 19.
Zoltán Kádár: Ikonographische und religionsgeschichtliche Bemerkungen zu den Zierscheiben von Rakamaz
DIE ZIERSCHEIBEN VON RAKAMAZ I I I Abb. 53. D. Csallány analysiert auf den Zierscheiben die folgenden Darstellungen: I. Der große Raubvogel —z. Der Wasservogel zur linken Seite — 3. Der Wasservogel rechts — 4. Die im Schnabel gehaltene Blattranke — 5. Die kopfputzartige Blattranke. 1 1 Bevor er die Abbildungen der beiden Scheiben ausführlich analysieren würde, stellt er auch fest, daß die eine Scheibe schöner, künstlerisch volkommener, die andere dagegen nur deren Nachahmung ist. 1 2 Obwohl — wie wir weiter unten sehen können —- sich gewiße Abweichungen zwischen den Vogelgestalten der beiden Zierscheiben feststellen lassen, sehen sich auf den beiden Scheiben dennoch die Darstellungen des mächtigen Raubvogels am ehesten gleich. Dieser Vogel wird vom Künstler so dargestellt, wie er eben seine Flügel schwingend seine Beuten, die Blattranke im Schnabel und die beiden kleineren Vögel zwischen den Krallen haltend, sich in die Lüfte hebt. Dieser Vogel ist laut Csallány dem Bart- oder Mönchsgeier ähnlich. 1 3 Weiter unten, bei der Erklärung der Darstellung bringt er dann dieses Tier mit der auf dem 2. und 7. Krug des Hortes von Nagyszentmiklós sichtbaren Vogeldarstellung in Zusammenhang und setzt folgenderweise fort: „Hier erblicken wir nicht mehr die von den Klauen des Adlers umklammerte Göttin der iranischen Ideenwelt, die dem Raubvogel, der sie in die 1 1 Csallány, D., а. а. O. S. 312. 1 2 Ebd. Abb. 2—3. 1 3 Ebd. S. 314.