Folia archeologica 13.

M. Balik Sándor: A magyarországi kőedénykereskedés és gyártás harca a XVIII. század végén

Der Steingutbande / und der Erzeugungskampf in Unaarn 289 DER STEINGUTHANDEL UND DER ERZEUGUNGSKAMPF IN UNGARN AM ENDE DES XVIII. JAHRHUNDERTS 1. Karl August Windschügel als Besitzer der „Steingut Geschier Fabrique" von Engelhartszell in Österreich ersuchte gemeinsam mit seinen Kompagnonen im Jahre 1790 den Stadtrat von Pest um eine Niederlage seiner „spezifizierten Erzeugnisse", d. h. seiner feuerfesten englischen Steirgutware. Diese fand in Wien bereits in weiten Kreisen Anklang. Von seinen Erzeugnissen schickte er zweierlei Kaffeeschalen, damit sich der Stadtrat von Pest von dem geschmol­zenen Kies und den marmorartig hergestellten Erzeugnissen ein Bild machen könne. Die Stadt Pest weigerte sich zu wiederholten Malen und schließlich auch endgültig, das Ansuchen zu bewilligen. Auf Anfrage der Statthalterei wurde die Bitte mit der Begründung abgelehnt, daß in Buda schon eine solche Fabrik bestehe und vor allem deshalb, weil es unsere Pflicht sei, solche Fabriken, wenn sie schon produzieren, aufrechtzuhalten. Es sei von allgemeinem Interesse, daß in unserem Land immer mehr Fabriken arbeiten. „Diesem Wunsch konnte noch nicht genüge getan werden, weil jedes Bestreben der Fabrikanten, wie das Gras, zertreten wird." 2. Als sich der Stadtrat von Pest so energisch sich für die Produktion des ungarischen Gewerbes einsetzte, handelte es sich eben um den Daseinskampf der künstlerischen Keramikerzeugung in Buda. Es ist nämlich zwischen Domokos Kuny und Casparo Germain, der in seiner Fabrik arbeitete, zum Bruche gekommen. Der Jugendfreund von Kuny gründete eine neue Fabrik. Germain war eine weltkundige Persönlichkeit und bevor er sich in Buda niederließ, hatte er schon in Faenza schöne Erfolge und war sogar eine Zeitlang Leiter der dortigen Fabrik Ferniani. Von Mitte Jänner 1790 war diese zweite Fabrik laut Konzession des Rates von Buda in Betrieb. Es wurde beabsichtigt, zuerst englisches Steingut herzustellen und nach der Konsolidierung auch die Erzeugung von Porzellanwaren zu ver­suchen. Kuny sah keine andere Abwehrmöglichkeit gegen die Konkurrenz, als die Erlangung des Privilegiums für seine Erzeugnisse. Im Jahre 1792 wurde ihm dieses Vorrecht allerdings für sechs Jahre bewilligt, doch nur für seine marmorartige Ware. Für seine englische Steingutware bekam er kein Privi­legium, da Germain früher mit der Erzeugung begann. Es wurde somit die Möglichkeit geschaffen, daß in Buda zwei Fabriken zeitgemäße ungarische Keramik erzeugen. Von diesen zweien konnte jedoch nur eine arbeiten, da der begabtere Germain in Ermangelung des nötigen Kapitals seine weitere Tätigkeit im Interesse der ungarischen Keramik nicht fortsetzen konnte. Er starb 1794 arm und von allen verlassen. 3. Im Mai 1793 verordnete der königliche ungarische Statthaltereirat eine Erhebung von Daten über die ungarischen Fabriken. Domokos Kuny be­nutzte diese Gelegerheit nicht nur dazu, um seine persönlichen Beschwerden vorzubringen, sondern gab gleichzeitig nützliche Ratschläge im Interesse des Aufschwunges der ungarischen Keramikfabrikation. 19 Folia Archaeologica

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