Folia archeologica 12.
I. Lengfei: Beiträge zur Ursprungsfrage der Kustanovice-Kultur
beitrage z u r Ursprungsfrage der Kustanovice-Kultur 63 Darin ist möglicherweise der Grund der abweichenden Auffassungen zu suchen. Wir haben uns die vollständige Analyse der Kustanovice-Kultur nicht zum Ziel gesetzt, doch muss jene wichtige Rolle berücksichtigt werden, die diese Gruppe hauptsächlich in der Bewertung des Denkmalbestandes der skythischen Periode Nordostungarns spielt. Die aufmerksame Untersuchung der zu Gebote stehenden Funde haben einige neuere Beobachtungen gezeitigt. Das grösste Hindernis beim Studium des einschlägigen Materials bildet auf diesem Gebiet der fast völlige Mangel an Funden aus der unmittelbar vorangehenden Periode. Verhältnismässig hinlänglich sind die bronzezeitlichen Funde dieses Gebietes bekannt. Vor allem denken wir hier an die spiralverzierte inkrustierte Keramik von Typus Felsőszőcs, die u. a. auch in dem Brandgräberfeld von Stanowo auftritt. 1 3 Das Verbreitungsgebiet dieser Kultur schliesst sich dem Gebiet des Karpatenbeckens an. Am Ende der Bronzezeit war in den Nachbargebieten die Egyeker Kultur verbreitet. In dieser Zeit und zu Beginn der frühen Eisenzeit beweisen die Bronzetypen der Depotfunde 1 4 die Einheit dieses Gebietes mit dem Karpatenbecken. Wir besitzen nur mangelhafte Daten darüber, welche Kultur hier am Anfang und in der mittleren Phase der Hallstattzeit lebte, doch beweisen die einschlägigen Funde, dass dieses Gebiet mit dem Karpatenbecken eine kulturelle Einheit bildete. Wir denken hier an die Keramik von sog. Protovillanova-Typus, die auch von Mukacevo (Munkács) und Paládj bekannt ist. 1 5 Demnach können wir annehmen, dass im Verbreitungsgebiet der Kustanovice-Kultur am Anfang der Hallstattzeit die Gáva-Kultur heimisch war. 1 6 Die in den letzten Jahren entdeckten Funde von Ushgorod (Ungvár) stammen aus der Periode H В, die hauptsächlich durch Hallstatt-Typen der Keramik charakterisiert werden. 1 7 Bei der Untersuchung der Fundgruppe von Kustanovice muss berücksichtigt werden, dass jedes Gräberfeld dieser Gruppe ein eigenartiges Gepräge aufweist, was sich darin offenbart, dass in jedem ein anderer Keramiktyp dominiert. Man kann also nicht einen oder den anderen Typus als in sämtlichen Gräberfeldern der Kustanovice-Kultur vorherrschend bezeichnen. Weiteste Verbreitung finden hier Tassen, mit hochgezogenem Henkel, in folgenden wichtigsten Varianten: a) Bauchige Tasse mit Bandhenkel, kurzem Hals und häufig mit auslandendem Rand. Nur in seltenen Fällen befinden sich am Boden ein Omphalos, oder ein geometrisches Muster im inneren Gefässteil. Die Mehrzahl dieser Gefässe ist unverziert. Dieser Tassentypus entwickelte sich zweifellos aus ähnlichen, doch niedrigeren Gefässen der Gáva-Kultur. 1 8 Es muss aber auch gleich bemerkt werden, dass in der vorskythischen Periode 1 3 Zatlukál ].-Zatlukál В., а. а. О. S. 66-73. 1 4 Lehoczky Г., Adatok hazánk archaeologiájához. I. (Beiträge zur Archäologie unseres Vaterlandes.) (Munkács 1892.) S. 51 — 142. s. in Publikationen aus jüngster Zeit: Potuschnjak,F. M. Bronsowij skarb s s. Bilki. Archeologija Kiew 9(1954) S. 142 — 144. 1 6 Zatlukál J.—Zatlukál E., a. a. О. S. 150, Abb. 21; Potuscbnjak,F. M., Archeologitschni. . . S. 85, Taf. L/a, 4, 5. 1 6 Mozsoli es A., Acta Arch. Hung. 8(1957) S. 121, Anm. 11. 1 7 Bernjakowitsch , К. W., Issledowananija poselenij epochi rannego shelesa w Ushgorode. Nautschn. Sapiski Ushgorodskogo Gos. Uniw. 13(1955) S. 171 — 186. 1 8 Gáva. András Jósa-Museum (Nyíregyháza). Unveröffentlicht.