Folia archeologica 12.

Barkóczi László: Későrómai temető Pilismaróton Ill

130 L.. Barkóc^i es aus den anderen gleichaltrigen pannonischen Gräberfeldern ersieht — in der zweiten Hälfte des 4. Jhs. in Gebrauch. Die beinernen Armringe, die bronzenen und eisernen Schnallen, bronzenen Armringe, Perlen, die Krüge mit sogenann­ter Bleiglasur sind uns ebenfalls aus den übrigen pannonischen, Gräberfeldern des 4. Jhs. bekannt. Doch müssen wir drei Gräber hervorheben, wo wir andere Beigaben als in den übrigen gefunden haben, und die auch dem römischen Handwerk fremd sind. Diese sind die Gräber Nr. 1, 5 und 29. Aus Grab 1. kam u. a. ein grauer, randloser Krug zum Vorschein; in der Form entspricht er am ehesten zwei Stumpf kegeln; die Schulter war dicht eingeglättet. (Abb. 30. und Taf. XXV, 2.) In der Orientierung entspricht das Grab im großen und ganzen den übrigen, römisch zu nennenden Gräbern. Grab 5. ist ein Erdgrab, SW —NÖlich orientiert. Hier waren die Funde: eine Zwiebelkopffibel (Abb. 31/2 und Taf. XXII, 3.), auf der ein Eisenring hängt; ein mit Hand geformter, grob ausgebreiteter Henkelkrug (Abb. 31 und Taf. XXVI, 2.), in dem ein Glasbecher stand. (Abb. 31/1 und'Taf. XXIV, 4). Am Unterteil des aus rötlichbraunem Ton geformten Kruges sind grobe Ein­glättungen. Dieses Gefäß ist in Pannonién alleinstehend, doch kennen wir diese Technik und diesen Typus sonst sehr gut aus dem Fundmaterial des Karpatenbeckens. Für dieses in Pilismarót gefundene einhenkelige Gefäß mit weit ausladendem Bauch, sich verengender Mündung und ohne Randausbildung haben wir einen entsprechenden — wohl auf Drehscheibe hergestellten — Typus in Tiszaeszlár-Szellőhalom. 3 7 Hinsichtlich der Technik und des Mate­rials kennen wir ähnliche grobe und flüchtig eingeglättete Stücke aus dem burgus von Nógrádverőce. 3 8 (Taf. XXVI, 3, 4.) Doch gibt es auch ähnlich aus­gearbeitete Stücke in der von A. Salatnon bearbeiteten kaiserzeitlichen barba­rischen Siedlung in Szilvásvárad. 3 9 M. Párduc^ publiziert aus dem hunnenzeit­lichen Gräberfeld bei Csongrád ähnliche, aus grauem Ton auf Drehscheibe hergestellte Objekte. 4 0 Grab 29 war laut A. J. Horváth ein Frauengrab und NW­—SÖlich orien­tiert. Die Funde waren hier: eine aus zwei Gliedern bestehende Silberspange (Abb. 33/13), Glasperlen (Abb. 33/14) und ein auf Drehscheibe hergestellter grauer Tonkrug (Abb. 33/15 und Taf. XXVI, 1.): letzterer hat einen weit ausladenden Bauch, einen langen Hals und trichterförmigen Mund; am Hals erhebt sich ein Wulstring, von dem sich der breite Henkel zum Bauch des Gefäßes schwingt. Die Art, wie der Wulstring auf dem Hals des Kruges ausgebildet ist, ist uns aus dem bereits hunnenzeitlich genannten Fundmaterial bekannt. Unser Fund ist eigentlich ein römischer Krug, die Technik ist auch römisch, doch hatte der Töpfer bei der Ausbildung des Wulstringes bereits andere Vorbilder. Ein Fragment eines ähnlichen Kruges wurde neben Pécs, in Fazekasboda 42 gefunden (Grab 2. des spätrömerzeitlichen Gräberfeldes). Obwohl die drei Krüge mit verschiedenen Techniken verfertigt wurden, sind sie miteinander verwandt. Die Krüge aus den Gräbern 1. bzw. 5. sind eingeglättet; für die aus Grab 5. bzw. 29. ist es gleichwohl charakteristich, daß der Henkel tief unterhalb des Mundrandes beginnt. Keines der drei Stücke ist aus dem römischen Fundmaterial bekannt, alle drei haben ihre Analogien im hunnenzeitlichen Material. 4 3

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