Folia archeologica 12.

Barkóczi László: Későrómai temető Pilismaróton Ill

Ein spätrömisches Gräberfeld in Pilismarót 131 Alle Gräber des Gräberfeldes sind, mit Ausnahme von Nr. 5 und 29., W —Ölich orientiert. Hinsichtlich der Bestattungsriten möchten wir bemerken, daß Krug und Glasbecher sehr oft zusammen in den Beigaben erscheinen. Wir finden solche auch in anderen spätrömischen Gräberfeldern Pannoniens und wir verbinden diesen Ritus mit den Gebräuchen der römischen Christen. 5 0 Es ist schwer, das Gräberfeld von Pilismarót zu datieren. Die erste Frage wäre, ob der untersuchte Teil des Gräberfeldes mit dem Jahr 375 zu Ende ist oder diesen Zeitpunkt überschreitet. 375 war ein Wendepunkt in der Spätge­schichte Pannoniens: der Tod des Valentinian und der barbarische Ansturm erschütterten die Provinz in ihren Fundamenten. Es ist daher wichtig festzu­stellen, ob die römische Einwohnerschaft fortlebte und ob das Material barba­rischen Charakters aus einer Zeit vor oder nach 375 stammt. Beide Fragen sind schwer zu beantworten. Das erschlossene Gräberfeld ist nur ein kleiner Teil eines wahrscheinlich sehr großen Gräberfeldes aus der Römerzeit in Pilismarót, und auch das Fundmaterial ist fü^genauere chronolo­gische Bestimmung nicht besonders verwendbar. In dieser Spätzeit sind selbst die Münzen nicht zur genauen Datierung verwendbar. Die zum Vorschein gekom­menen Münzen, auch die späteste unter ihnen, wurden — sofern die Bestimmun­gen des RIC richtig sind -— vor 375 geprägt. Nach dem Jahr 375 gelangen aber die Münzen der Kaiser nur noch unregelmäßig in die Provinz, daher mochten auch vor 375 geprägte Münzen nach 375 im Umlauf gewesen sein, und sie waren es auch. Betrachten wir die Karte dès Gräberfeldes, so sehen wir, daß die Bestattungs­ordnung einheitlich war. (Abb. 29) Periodenunterschiede beobachteten wir in zwei Fällen, die aber nicht bedeuten, daß das Gräberfeld als solches eine zweite Periode haben müßte. Auch die Gräber 5. und 29. fügen sich der Ord­nung, in welchen — wie auch in Grab 1.—typisch barbarisches Material mit guten römischen Funden gemeinsam zutage kamen. Wir behaupten daher, daß die erwähnten, barbarisches Material beinhaltenden Gräber nicht die zweite Periode des Gräberfeldes bedeuten: die hier Begrabenen lebten in derselben Gemeinschaft wie die in den übrigen Gräbern Bestatteten. Eine größere frische Barbarengruppe kommt daher nicht in Frage: es könnten höch­stens zwei-drei Personen gewesen sein, die vom jenseitigen Ufer nach Pilis­marót kamen. Unseren bisherigen Forschungen 5 6 zufolge wäre der Typus der Krüge mit Wulstring — den wir bereits hunnenzeitlich nennen — erst nach 375 entstanden, dementsprechend sollte das Gräberfeld diese zeitliche Grenze ebenfalls über­schreiten. Wir haben bereits aus der Zeit des Valentinianus Angaben dafür, daß neue Barbaren von jenseitigen Ufer in der Armee dienen bzw. daß es einen verhält­nismäßig engen Kontakt mit dem Barbaricum gibt (Cod. Theod. III. 14. 2). Leider kennen wir die Schichtenverhältnisse des Wachtturmes von Leányfalu nur ungenügend, und obwohl I. Paulovits im burgus von Nógrádverőce zwei Bodenniveaus beobachtete, können wir dennoch nicht feststellen, ob die bar­barischen Soldaten, von denen das dort gefundene Fundmaterial stammt, zur Zeit des Baus des burgus , d. h. unter Valentinian, oder einige Jahre später in römischen Dienst traten. Angesichts des hier besprochenen Materials halten 9'

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