Folia archeologica 11.
A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens
Gruppierung der Barbaren/» Unheil Transdanubiens 59 Südwesten der Regölyer Münzgruppe heimisch. Seine Entwicklung zeigt gleichfalls Analogien zu der des Typs von Regöly. Aus diesen Beispielen wird es klar, dass im Gebiet zwischen Drau und Save und dem unmittelbar angrenzenden Gebiet des Regölyer Typs die Entwicklung identisch verlief. Ebenfalls zum Regölyer Typ gehörend ist der etwa 900 Stücke in sich schliessende Fund von Dunaszekcső, der aus lauter kleinen Bronzemünzen besteht. Typologisch schliesst sich nämlich dieser Fund, was die Darstellungen sowohl der Vorderseiten als auch der Rückseiten betrifft, ganz eng den Regölyer Münzen an nur sind die viel dekadenter als erstere. Das bedeutet, sie wurden später als die Regölyer Bronzemünzen geprägt. Man sieht also, welch grosse Entwicklung sich im Typ von Kaposvölgy vollzogen hatte. Der Entwicklungsverlauf in sich selbst kann bereits als Beweis für die lange Umlaufszeit der Münzen dienen. Die Tatsache, dass sie vorerst aus Silber hergestellt wurden und die völlig aus Bronze geprägten Münzen erst als das Ergebnis einer späteren Entwicklung anzusehen sind, gibt an sich nur eine relative Zeitbestimmung. Die Aufstellung einer absoluten Chronologie wird durch die archäologischen Forschungen erleichtert. Die archäologischen Forschungen erwiesen, dass in den ältesten Schichten des Burgwalles von Regöly Material der Hallstattzeit vorhanden ist, danach folgt ein grosser Hiatus und dann kommen nur mehr aus der späten La TéneSchicht, und zwar aus La Tène D stammend, archäologische Funde zum Vorschein. Nun beginnt aber La Tène D ungefähr um 80 v. d. Zw. und unsere Regölyer Münzen sind mit dieser La Tène D- Schicht gleichen Alters. Daraus folgt, dass auch der Prägungsbeginn dieses Typs unmöglich in einem früheren Zeitpunkt stattgefunden haben kann. Da die Gruppe zuerst durch Silbergepräge vertreten war, darf man die letzten Prägungen, die Bronzen, auch im besten Fall nur in die ganz letzten Jahre des 1. Jahrhunderst v. d. Zw. ansetzen. Es sei noch eine Münzgruppe in Zusammenhang mit den Barbarenmünzen Transdanubiens behandelt. Ich bespreche sie absichtlich zuletzt, entgegen meinem zu Beginn dieser Arbeit gegebenem Versprechen, eine bestimmte geographische Reihenfolge einzuhalten. Es handelt sich über die Münzprägung der Eravisker. Von Tacitus erfahren wir, dass die Sprache der Osi und der Eravisker dieselbe war. An einer anderen Stelle sagt Tacitus, die Sprache der Cotini wäre keltisch, die der Osi aber pannonisch gewesen. Folglich war auch die Sprache der Eravisker pannonisch, hatten sie doch mit den Osi die Sprache gemein; sie waren demnach ein illyrisches Volk. Der Stammsitz der Eravisker war auf dem Gellértberg, auf der dem Lágymányos zu gereichteten Lehne. Die archäologischen Ausgrabungen zeigten, dass die Besiedlung des Gellértberges durch die Eravisker im Lauf des 1. Jahrhunderts v. d. Zw. begonnen hat. Wenn aber die Stammesresidenz nicht älter ist, kann auch der ganze Stamm nicht früher in diese Gegend gekommen sein. Die Forschungen haben erwiesen, dass die Eravisker bereits in den 80-er oder 70-er Jahren hier erschienen. Diese Feststellung wird auch von ihrer Münzprägung bestätigt. In der Geschichte der barbarischen Münzprägung Transdanubiens sind sie das Volk, das sich nicht die Münzen der Griechen, sondern die der römischen Republik als Muster zu ihrer eigenen Münzprägung nahm. Der wichtigste Fund des Eraviskermünztvps ist der von Lágymányos,