Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

60 Л . Kerényi von Göhl ausführlich beschrieben. 2 3 Es sei an dieser Stelle nur auf die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen hingewiesen. In dem aus rund 500 Stücken bestehenden Fund sind die römischen republikanischen und Augustäischen Denare mit 123 Stücken vertreten, die übrigen sind Nachahmungen republi­kanischer Denare. Die Nachahmungen beginnen um 60 v. d. Zw. und ihre Prägung dauerte etwa 10—15 Jahre hindurch. Die Vorbilder der Nach­ahmungen sind nämlich alle älter als 60 und stammen beinahe ausnahmslos aus den Jahren zwischen 80 und 70, sind also gerade jene Typen, die zwischen 70 und 60 am bekanntesten waren. Es ist nicht unmöglich, dass die Eravisker nach einer kaum anderthalb Jahrzehnte währenden Prägeübung die weitere Münzprägung aus dem Grund aufgaben, weil sie von den Dakern eine Nieder­lage erlitten haben, möglich ist aber auch, dass die seit der Jahrhundertmitte reichlich nach Transdanubien einströmenden römischen Denare die Münz­prägung der Eravisker, die bei der primitiven Einrichtung ohnehin sehr mühevoll war, überflüssig machten. Wie es der Fund bezeugt, strömte zwischen 60 und 40 der römische Denar tatsächlich in grossen Mengen diesem Gebiet zu und erst um 40 hört dieser Zufluss der römischen Münzen plötzlich auf. Erst 31 begann römisches Geld mit den Legionsdenaren des Antonius von neuem dem Gebiet zuzuströmen. Danach stellte sich abermals eine Pause ein und nur die zwischen 20 und 15 geprägten Denare kommen wieder in grossen Mengen vor. Als Rom 15 Noricum und zugleich das westliche Rand­gebiet des späteren Pannoniens eroberte, scheint sich der Verkehr zwischen dem Reich und unserem Gebiet wieder lebhafter gestaltet zu haben. Der Fund dürfte im Jahr 9. v. d. Zw. in die Erde gekommen sein, dass in ihm vertretene letzte Denargepräge ist in den Jahren 11—9 aus der Münzstätte gekommen. Die Verbergung des Fundes kann man mit dem Erscheinen der römischen Legion im Aquincumer Gebiet erklären, sie konnte aber auch durch den Einbruch der Daker in 10 v. d. Zw., von dem die Legionen selbst schwer betroffen wurden, verursacht worden sein. Ausser dem Fund von Lágymányos sind noch mehrere andere, ähn­lichen Inhalts, bekannt. Solche sind: der Fund von Bia, im ganzen 600 St., darin 80 St. Eraviskisch, die übrigen Münzen der Republik, einige des Augus­tus und Tiberius, eine einzige des Caligula; ein zweiter, kleinerer Fund von Bia, ebenfalls gemischter Zusammensetzung, und der sogenannte Fund von Trsztenna, bestehend aus rund 100, mit Römermünzen gemischten Barbaren­geprägen. Auch aus anderen Stätten kennen wir Eraviskermünzen als Ein­zelfunde, wie die von Desdam, Batina, Batta, Süttő und andere, im National­museum bewahrte Exemplare unbekannter Fundstätten. Das Umlaufsgebiet dieser Gruppe ist also Budapest und die nächste Umgebung, ihre Prägungs­zeit fällt in die Jahre 60—50 v. d. Zw. Laut Aussage des Fundes von Bia ist sie zwischen 37 und 41 n. u. Z aus dem Umlauf verschwunden. A NDR AS KERÉNYI a Ders., NK 1 (1902) 17—45.

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