Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

Gruppierung der Barbaren/» Unheil Transdanubiens 53 nämlich der Fund von Tótfalu unmöglich das Gepräge desselben Volkes sein kann, dem die beiden anderen angehören. Dagegen lässt sich nicht nur das grössere Durchschnittsgewicht der Funde von Tótfalu, sowie das Ver­breitungsgebiet des Typs anführen, sondern auch andere Tatsachen. So war z. B. das Originalvorbild des Y-Types gerade im Gebiet des Typs von Tótfalu beheimatet; ferner zeigen die ähnlichen Simmeringer Kleinmünzen, und zwar sowohl der Perlreihetyp, als auch der Y-Typ, einen degenerierten Charakter. Das bedeutet aber, dass diese einer späteren Entstehungszeit angehören. Man darf auch nicht ausser Acht lassen, dass die grossen Biatec-Silberstücke weder im Fund von Tótfalu noch im Verbreitungsgebiet dieses Typs anwesend sind. Der Fund von Tótfalu besteht aus lauter kleinen Münzen. Neben dem Hauptfund von Tótfalu waren bis vor einiger Zeit nur die im Komitat Esz­tergom liegenden Gebiete von Szentgyörgymező, Pilismarót und Tata als Fundorte bekannt. In lezter Zeit kamen noch zwei Stücke hinzu, die man in Aquincum (Laktanya utca) gefunden hat 1 4 (die dem Gepräge Nr. 528 in Pink, Ostkelten, entsprechen). Hinsichtlich der Darstellungen auf den Vorderseiten unterscheiden wir mehrere Varianten. 1. Kopfdarstellungen (T. IV. 16—17.) 2. Kranzteile (T. III. 12., IV. 13.) Y-Typ (T. IV. 14.) Bei den Kopfdarstellungen sind Einflüsse aus mehreren Richtungen nachweisbar. Am Bild Áldor 1 5 25 (Paulsen 1 6 1094) ringelt sich das Haar schlangenartig um den Kopf. Diese Art der Haarbehand­lung kennt man von den gallischen Münzen mit Apollokopf. Áldor 30 (Paul­sen 979—983) erinnert stark an die Vorderseite des Fundes von Nagyhör­csökpuszta. Aldor 21—23 zeigt einen engen Zusammenhang mit dem nori­schen Exemplar des Dess. 1 7 78. Áldor 16—19. dürfte sich aus dem ersten Typ weiterentwickelt haben. Während nämlich bei der ersten Gruppe der nach rechts gekehrte Kopf so dargestellt ist, dass der Lorbeerkanz nicht auf dem Kopf selbst liegt, sondern hinter demselben in senkrechter Rich­tung angeordnet ist, und im Verhältnis zum Kopf zu gross erscheint, trennt sich bei der zweiten Gruppe der Kopf bereits ganz vom Kranz los, der vor dem Kopf abgebildet ist. Die Kopfdarstellung auf Paulsen 1100—1103 ist eine treue Wiedergabe des aus 87 v. d. Zw. stammenden römischen Denars des C. Memmius. Wie man sieht, machten sich also bei der Wahl der Vorder­seitendarstellungen die verschiedensten, aus Gallien, Noricum, dem mitt­leren Teil Transdanubiens stammende, ja mitunter sogar rein römische Ein­flüsse geltend. Der Einfluss bei der Wahl des Vorbildes durch den zentral­danubischen Typ ist lediglich zu verstehen, waren sich die Gebiete ja benach­bart; viel schwerer zu begreifen ist hingegen die Übernahme des westlichen Vorbildes, zumal es in Noricum eigentlich keine kleinen Münzen gab und auch der aus Tótfalu stammende Typ bisher im Gebiet Noricums noch nicht gefunden wurde. Pink nimmt an (Östk. 109), dass die im Burgenland und östlich davon gefundenen norischen Münzen vom Stempelschneider einfach deshalb kopiert wurden, weil sie ihm gefielen, oder weil er möglicherweise 1 4 Kaba M., BpR 16 (1955) 281, Abb. 1—2. 1 5 Aldor Gy., NK 3 (1904) 55—61. 1 6 Paulsen, R., Die Münzprägung der Boier. (Leipzig 1933). 1 7 Dessewffy M., barbár pénzei. (Bp. 1910).

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