Folia archeologica 11.
A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens
54 Л . Kerényi früher einmal in Noricum gearbeitet hat und die Darstellungen noch aus jener Zeit kannte. Den grössten Teil des Fundes machen die mit Kranzteil geschmückten Exemplare und jene des Y-Typs aus. Bei den ersteren sind vier Reihen Blattgewinde von je einer Punktreihe an beiden Seiten eingefasst, zu denen sich häufig auf der einen oder auch auf beiden Seiten eine Zickzacklinie als Randverzierung gestellt. (T. III. 12.) Diesen Darstellungen können wir keine Beispiele aus anderen Funden an die Seite stellen. Vermutlich haben sich sie aus den Kopfdarstellungen mit grossem Kranz in der Weise entwickelt, dass das alte Bild vereinfacht und der Kopf weggelassen wurde. Den Y-Typ versucht Göhl 1 8 mit der Annahme zu erklären, dass dieser aus der völligen Entartung der Vorderseite der pannonischen Silbermünzen De la Tour 9807 und Dess. 240 (Typ von Regöly), entstanden sein dürfte. Uns erscheint diese Erklärung übertrieben und gezwungen. Es scheint viel richtiger, den Typ als einen lokalen Typ von Tótfalu anzusehen, der keinen Prototyp besitzt. Die Darstellungen der Rückseiten sind zum grössten Teil nach links galoppierende Pferde, die in einigen Fällen auch Reiter tragen. Die Mähne des Pferdes besteht in jedem Fall aus einer Punktreihe, manchmal aus zwei solchen Punktreihen. Oberhalb des Pferdes (T. III. 12., IV. 13—19.) können ein Ring mit vier oder mehr Speichen, ein Ring mit einem Punkt in der Mitte, ein Punkt von kleineren Punkten rosettenartig umgeben, ein Halbkreis sich über das Pferd wölbend zwischen zwei Punktreihen, ein liegendes S, Vogel, Reiter, oder garnichts sein. Unter dem Bauch des Pferdes ist entweder garnichts, oder ein Ring, zwei Ringe untereinander, mitunter die Form eines liegenden Achters nachahmend, (Dess. 205), am häufigsten aber sog. Gehänge dargestellt. Göhl 1 9 betrachtet die Gehänge als Reste der Füsse des Reiters, der vom Pferd weggelassen wurde. Nun wurden aber diese Gehänge mit Vorliebe zu dritt verwendet und Göhl erklärt dies damit, dass der Stempelschneider nicht mehr die Füsse des Reiters darstellen wollte, sondern die Gehänge einzig als dekorative Elemente auffasste, wobei ihre Zahl nicht mehr von Wichtigkeit war. Hinsichtlich der Herstellung dieser Gruppe ist man allgemein der Ansicht, dass sie um 70 v. u. Z. prägt wurden. Immerhin bleibt die Frage offen, welchem Volk sie zuzuschreiben sind. Göhl gelangte zu dem Resultat, dass sie von den westlichen Nachtbaren der Eravisker geprägt wurden. 2 0 Weder die archäologischen Forschungen noch andere Quellen haben einstweilen ausreichend dazu beigetragen, um die Bewohnerschaft dieses Gebiets im 1. Jahrhundert v. d. Zw. eindeutig identifizieren zu können, somit bleibt die Lösung der Frage die Aufgabe der weiteren Forschung. Der im Fund von Rákos zutagegekommener Typ (T. IV. 20.) ist in den Gebieten heimische, die unmittelbar an das der Boier grenzen. Er weist einen engen Zusammenhang mit den norischen Geprägen auf. Die Vorderseite 1 8 Göhl Ö., NK 12 (1913) 45—46. 1 0 а. а. O. 46. 2 0 Alföldi vertritt die Ansicht (а. а. O. 150.), dass die Präger dieses Typs die Eravisker selbst waren, die vor dem Druck der Boier bereits am Anfang des 1. Jhs. auf die rechte Seite der Donau herüberkamen. Diese Münzen waren ihre erste Prägungen und erst später gingen sie zur Prägung der die römischen Denare völlig nachahmenden Münzen von Eravisker-Typ über.