Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

Gruppieruni der ЪагЪагептйп^еп Transdanubiens 51 zwei Funde zu erwähnen, die viele Kleine Silbermünzen enthielten, und das sind die Funde von Réte und Simmering. Auch je eine mit der Inschrift NON­NOS versehene Kleinmüze kam in den Funden vor, die dagegen aus dem Fund von Tótfalu gänzlich fehlt. Beide Funde unterscheiden sich von dem von Tótfalu nur darin, dass bei ihnen das Durchschnittsgewicht der Münzen kleiner ist. Schon die Gewichtsverminderung in sich spricht dafür, dass die Funde von Réte und Simmering in spätere Zeit zu setzen sind, es können aber noch zahlreiche andere Beweise dafür erbracht werden, mit denen wir uns aber erst im Zusammenhang mit dem Fund von Tótfalu näher befassen werden. Die Münzprägung der Boier, die Böhmen verliessen und sich an der Donau angesiedelt haben, besteht zum grössten Teil aus den grossen Sil­bermünzen. 14 grosse Funde kennen wir bisher, in denen diese grosse Silber­stücke vorkommen. Das Wesentlichste an diesen Geprägen ist, dass sie im Unterschied zu den übrigen barbarischen Silbermünzen des Ostens die Nach­ahmung der Philipper aufgegeben haben. Als sich die Kelten im neuen Gebiet an der Donau angesiedelt hatten, alsbald die Goldmünzung aufgaben und zur Silberwährung übergingen, schufen sie Gepräge, die nicht nur met­rologisch, sondern auch im Typ etwas ganz neues bedeuteten. Diese Münzen nähern sich dem Gewicht nach den hellenistischen griechischen Tetradrach­men und man könnte sie deshalb auch „Boische Tetradrachmen" nennen. Einige Forscher benennen sie Biatecs, wegen der auf ihnen am häufigsten vor­kommenden Aufschrift BIATEC. Castelin sucht für sie eine andere Benennung,, da die erwähnte Bezeichnung seiner Meinung nach nur als Name für die eine Gruppe in Betracht kommt. Er meint „Grosse Silbermünzen von Bia­tectyp wäre eine richtigere Benennung. Göhl nennt sie sehr treffend „Barba­rische Siebzehngramm-Münzen" und diese Benennung scheint auch uns am richtigsten, wenn sich überhaupt eine solche Frage stellt, zumal da sie sich, was Gewicht betrifft, gerade darin von den übrigen Tetradrachmennach­ahmungen Transdanubiens am entschiedensten unterscheiden, dass sich ihr Gewicht zwischen 17,24 und 16,52 gr. bewegt. Die grossen Biatec'schen Silbermünzen (T. III. 2—5.) repräsentieren einen ganz selbständigen Typ nicht allein in der transdanubischen barbarischen Münzprägung, sondern in der des Ostens überhaupt. Was die Grosse der Gepräge und die Darstellung ihrer Rückseiten betrifft, ist Pink im Einklang mit Göhls Auseinandersetzungen der Ansicht, dass sich bei der Wahl des Vorbildes unbedingt hispanischer Einfluss geltend gemacht hat. Die als die zeitlich frühesten angesehenen einköpfigen Exemplare tragen auf der Rückseite das Bild eines Ritters, ähnlich den Philippern. Während aber auf den letzteren der Ritter im Schritt reitet, galoppiert er auf diesen genau wie auf den hispanischen Münzen. Jene sind aber Mittelbronzen, deren Gewicht 13,5 gr. beträgt. Das Gewicht des Silbers, welches derselben Grösse entspricht, beträgt ungefähr 17 gr. Man darf aber nicht ausser Acht lassen, dass den Boiern die Tetradrachme von Thasos ebenfalls nicht unbekannt war, 1 1 demnach ist es wahrscheinlicher, dass die Wahl von Grösse und Gewicht von den Tetradrachmen von Thasos beeinflusst wurde. 1 1 So kommen im Fund von Réte auch zwei thasische Tetradrachmen vor.

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