Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

50 A. Kerénji die bereits in Transdanubien hergestellt worden sind. Castelin 7 gliedert die Goldmiinzung der Boier in vier grössere, chronologisch aufeinander folgende Zeitabschnitte, wobei er für die Goldstatere 19, und für die kleinen Gold­münzen von Typ der Athena Alkis 9 Unterabteilungen bildet. In die vierte Periode verweist er die letzten vier Unterabteilungen der Statere und die letzten zwei des Typen der Athene Alkis. Die Grundlage seiner Klassifizierung bildeten die Gewichtsverringerungen bei den einzelnen Exemplaren. In die letzte Gruppe reihte er die Exemplare ein, deren Gewicht am kleinsten war und folglich zu den spätesten Geprägen gehören. Diese Statere gehören alle der Gruppe der Regenbogenschüsselchen an. Castelin meint, dass diese jüngsten keltischen Goldmünzen — die Statere und auch die kleineren Gold­münzen von Typ der Athena Alkis bereits ausserhalb Böhmens, im pannoni­schen, undzwar im heutigen österreichisch-slowakischen Grenzgebiet ge­prägt worden sind. Mit Hinblick auf die Fundorte betrachtet Göhl 8 von dieser Gruppe nur diejenigen als ungarländische Gepräge, die die Aufschrift BIATEC tragen. Er meint, dass diese den einzigen Goldmünztyp darstellten, der ausser­halb Böhmens im nordwestlichen Grenzgebiet Pannoniens, oder an der pannonischen Grenze von Noricum entstanden ist. Die Fundorte: Jandorf, Pandorf, (d. h. Komitat Moson) wenigstens scheinen das zu bekräftigen, denn anderswo liegt solches Fundmaterial nicht vor. Pink 9 meint, dass die Boier diese Goldstücke noch in ihrer alten Heimat gemünzt hätten, jedoch ohne Aufschrift. Der Name BIATEC wäre erst nachträglich aufgeprägt worden, als sich die Boier nach ihrer Wanderung in der neuen Umgebung im Süden niedergelassen haben. Castelin meint dagegen, dass sie nicht nur ausserhalb Böhmens geprägt wurden, sondern zusammen mit den übrigen grossen Silbermünzen des BIATEC-Typs. V. Ondruch 1 0 geht noch weiter indem er erklärt, dass der Entstehungsort dieser mit der Aufschrift BIATEC ver­sehenen Regenbogenschüsselchen ein keltisches Oppidum gewesen wäre, das einst an der Stelle des heutigen Bratislava lag. Im Gegensatz zu der Mei­nung Pinks stimmt also die Meinung aller anderen Forscher darin überein, dass diese spätesten Goldmünzen auf pannonischem Boden entstanden sind, genau dort also, wo die Boier in der neuen Umgebung zur Prägung der gros­sen Silbermünzen übergegangen sind. Mit den grossen Goldmünzfunden der Boier kommen immer auch eine Menge kleiner Silbermünzen zum Vorschein. Wie schon erwähnt wurde, brauchten die Boier, wohl an ihren alten Wohnsitzen die Goldwährung in Geltung war, zur Erleichterung des Handelsverkehrs unbedingt auch kleine Münzeinheiten. Diesem Zweck dienten die Kleinsilber. Stradonitz und Um­gebung sind besonders reich an solchen kleinen Silbermünzen. Die Strado­nitzer Kleinsilbermünzen ahmten den Aeduer Typ nach, die Ausführung ist aber etwas roher und das Gewicht kleiner. In dem von ihnen besetzten neuen Gebiet setzten sie die Kleinsilbermünzung ebenfalls fort, hier diente aber bereits der Typ von Tótfalu als Vorbild. In diesem Zusammenhang sind 7 Castelin, К., К periodisaci nasého keltského mincovnictví. Num. listy 12 (1957) 44—53. 8 Göhl Ö., NK 10(1911) 65—66. » Pink, К., Die Goldprägung der Ostkelten. WPZ 23 (1936) 35. 1 0 Ondrouch, V., Keltské mince typu Biatec z Bratislavy. (Bratislava 1958) 41 ff.

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