Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

Gruppierimg der ВагЬагептИп^еп Transdanubiens 49 sehe Lage eines Stammes mit Sicherheit zu bestimmen ist, lässt sich der Münz­typ leicht mit dem betreffenden Stamm in Verbindung bringen. Leider geben aber die uns zur Verfügung stehenden zeitgenössischen schriftlichen Quellen nur ganz wenige und auch dann nicht immer übereinstimmende Angaben die Anordnung der Siedlungsgebiete der keltischen Stämme. Mit den meisten transdanubischen keltischen Münztypen steht es demnach so, dass wir den Typ zwar territorial bestimmen ihn aber mit keinen Volkstamm mit Bestimmt­heit in Verbindung bringen können. Das zweite Problem, dem wir bei diesen Lokaltypen begegnen ist, ihre Zeitbestimmung. 5 Ganz im allgemeinen darf festgestellt werden, dass die echten lokalen Barbarengepräge erst Ende des 2. Jahrhunderts begonnen haben, doch ist auch dieser anfängliche Zeitpunkt je nach Typen verschieden. Bei der eingehenden Besprechung der Typen werden wir den Prägungsbeginn für jeden einzelnen im besonderen angeben. Zu den einstweilen noch unge­lösten Problemen gestellt sich bei mehreren Typen auch die Frage, wann wohl ihre Prägung eingestellt wurde. Von einigen Stücken wissen wir sicher, dass man mit ihrer Prägung bereits um die Mitte des 1. Jahrhunderts aufgehört hat. Bei anderen ist gelungen, ziemlich genau nachzuweisen 6, dass der Typ ganz bis zum Ende des Jahrhunderts geprägt wurde. Was das Material betrifft, aus dem die barbarischen Nachahmungen in Transdanubien geprägt wurden, so sind hier drei Metallarten vertreten. Wir kennen Gold-, Silber- und Bronzegepräge. Der Überblick über die bisher zu Tage gekommenen geschlossenen und Streufunde belehrt uns dass bei der Münzung von Gold in erster Linie die Goldstatere Alexanders des Grossen, bei der von Silber und Bronze die Philipper als Prototyp gedient haben. Bei der ausführlichen Besprechung des Münzmaterials werden wir uns in der Folge zuerst den Goldmünzen widmen und erst nachher auf die übrigen Gepräge zu sprechen kommen, doch werden wir auch dabei eine gewisse geographische Reihenfolge berücksichtigen, indem wir von Norden gegen Süden vorschreiten werden. Die am nördlichsten wohnenden Kelten die Geld münzten waren die Boier; der einzige Stamm in Transdanubien, der originelle Typen geschaffen hat, einzig auch darin, dass bei ihnen Goldmünzen geprägt wurden. Die ursprüngliche Heimat der Boier war nicht Transdanubien, erst in den 60-er Jahren wanderten sie hier ein aus ihren in Böhmen gelegenen Wohnsitzen. Von unserem Gesichtspunkt ist daher nur die letzte Phase ihrer Münzprägung wichtig. In ihrer alten Heimat bedienten sie sich anfangs einer reinen Gold­währung. Gewisse äussere Gründe, insbesondere der Handelsverkehr veran­lasste sie, auch Münzen von kleinerem Wert zu prägen, die den Handel wesent­lich erleichterten. Neben Gold nahmen sie deshalb auch die Prägung von kleinen Silbermünzen auf. Wir wollen uns an dieser Stelle nicht näher mit der Goldmünzung der Boier befassen, darüber berichtet die angeführte auf­schlussreiche Literatur alles. Wir weisen hier nur auf jene Goldmünzen hin, 5 Für die Datierung der einzelnen Münztypen sind zwei Werke von K. Pink am wichtig­sten: Die Münzprägung der Ostkelten und ihrer Nachbarn. DissPann II. 15. (Bp. 1939) und Einführung... s. Anm. 1. 6 So setzte sich die Prägung der zum Regöly-Typ gehörenden Bronzemünzen bis zum Ende des 1. Jhs. v. u. Z. fort: Kerinyi A., NK 56—57 (1957—58) 7—9. 4 Folia Archaeologica (21)

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