Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

Das friihawarenzeitliche Gräberfeld von Orosyjány 121 zu verbinden. Von unserem Gesichtspunkt aus ist auch der Umstand besonders wichtig, dass, worauf schon Ilona L. Kovrig hinweist, die mit der awarischen Besetzung in Verbindung stehenden Waffen- bzw. Pferdegeschirrfunde auch im Dneprgebiet nicht fehlen. Zurückkommend auf die ethnischen Probleme unserer Funde, kann uns auch das keramische Material des Gräberfeldes von Oroszlány weiterhelfen. Es waren in den meisten Gräbern Tongefässe, ausgenommen eines, auf das ich noch zurückkommen werde. Die Gefässe sind grobe, rötlichbraune, handgemachte Formen (T. XVII. 1—13). Unter ihnen kann man drei Typen­gruppen feststellen: unregelmässige, gegen die Standfläche sich verjüngende, gedrungene Formen mit ein wenig ausladendem oder nur verdicktem Mün­dungsrand. In vier Fällen ist der Mündungsrand mit Einschnitten verziert (T. XVII. 7—11, 13). Diese Gefässe zeigen keine besonderen Abweichungen, weder in Form, noch in Ausführung und in Verzierung, von der allgemeinen frühawarenzeitlichen Keramik, die D. Csallány unter den frühawarenzeitlichen Gefässen in Ungarn als die gemischte Gruppe der groben Töpfe erwähnt (Gruppe III.). Zugleich bemerkt er, dass die Töpfe durch Jahrhunderte gebrauchte Formen sind und „in Kreis laufende Wellenlinien-, oder Band­verzierung erscheinen noch nicht" 3 1 auf ihnen. Unter dem handgemachten Keramikmaterial von Oroszlány hebt sich aber eine Gruppe ab, welche andere allgemeine Eigenschaften und auch Abweichungen in der Form aufweist. Das Charakteristische der hierher gehörenden Gefässe ist die schlankere Form, die Ausbauchung im oberen Drittel, nach welcher sich die Gefäss­wandung gegen die Standfläche stark verjüngt. Die Gefässe sind ohne Rand, der Hals ist leicht geschweift (T. XVII. 1—6, 12: Grab С und 1, 15, 16, 7. Gräber und No. IV, III Gefässe, Profile: Abb. 23. No. 8, 5, 7, 9, 6, 10). Auf dem ersten Blick fällt auf, dass dieser Gefässtvpus mit dem sogenannten Prager Typ der slawischen Keramik verwandt ist, welcher nach J. Poulik in die Jahre 500—650 gehört (J. Poulik, Staroslovanská Morava. Praha 1948, 14). Die Analogien des sogenannten Prager Types auf slawischem Gebiet treffen wir in erster Linie gerade im Dneprgebiet: in der Kultur von Zitomir. Es ist vor allem nicht ohne Interesse, dass, sobald sich vom 6—9. Jahr­hundert bei einzelnen Schmucktypen dieses Gebietes eine Kontinuität zeigt, diese auch auf dem Gebiet der Keramik nachweisbar ist (von dem Zitomir Typus bis zur Romensko-Boräevskij Kultur), dies ist ein entscheidendes Argument der slawischen Forschung für das slawische Ethnos dieser Kultur. 32 Die Zitomir Kultur wird durch den sowjetischen Archäologen in das 5—6. Jahrhundert datiert. 3 3 Die Töpfe von Oroszlány stimmen in der Form und auch in ihren Massen mit der Keramik dieser Kultur annähernd überein. Es muss betont werden, dass an einigen Fundorten auch mehr gedrungene, der allgemeinen groben Keramik angehörende Formen gefunden worden sind, die auch in Oroszlány auftreten. Hauptsächlich bei diesen Gefässen kann auch die eingeschnittene Mündungsverzierung, ferner an einigen 3 1 Csallány D.y Kora-avarkori edények Magyarországon. (Friihawarische Gefässe in Ungarn.) (Szeged, 1940). Ausgaben des städtischen Museums von Szeged, Ser. I. № 10. S. 13., T. XVI. 3 2 Kndlacek, J., op. cit. S. 390 ff., S. 383., Abb. 15. 3 3 Кухаренко Ю. В., Славянские древности V —IX веков на территории припятского полесья. КС 57(1955) S. 33—38.

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