Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

122 A. Cs. Sós Stücken die Wellen- beziehungsweise Kammstrichverzierung beobachtet werden. 3 4 Die Gefässe der Zitomir Kultur sind Urnen, welche in erster Linie in Kurganen vorkommen. Es sind aber auch Kurgane bekannt, in denen eine Urne über einer Grube mit mehreren Skelette steht. Dieser Bestattungs­brauch gehört in die Ubergangspeiode. 3 5 Diese Beobachtung ist für das Ver­stehen der Oroszlányer Keramik sehr wichtig. Nicht nur das Vorkommen des Gefässtypes weist nämlich daraufhin, dass der hier angesiedelten slawischen Gruppe dieser Typus bekannt war und sie diesen auch in ihrer neuen Siedlung herstellte, es gibt auch in den Bestattungsbräuchen Züge, die darauf hin­weisen, dass die Traditionen der Dneprgegend bei der Gruppe noch lebendig waren, wenn sie sich auch den awarischen Bestattungsbräuchen gänzlich angeglichen haben. (Bemerkt sei, dass ich das Metallmaterial der behandelten südrussischen Funde der Zitomir Kultur nicht kenne, die Publikationen erwähnen es nicht). Die den Urnen ähnlichen Gefässe kommen zwar in unserem Gräberfeld meistens in den Gräbern neben den Skeletten vor, in vier, oder sicherer in drei Fällen finden wir Gefässe jedoch auch au­sserhalb der Gräber, und zwar fügen siesich in die durch die Gräber gebildeten Reihen ein (Abb. 15.). Dieses sind die mit I, III, IV bezeichneten Gefässe (das mit II bezeichnete besteht eigentlich nur aus kleineren, kein ganzes Gefäss ergebenden Bruchstücken): T. XVII. 13, und Abb. 23. 4. — T. XVII. 5, und Abb. 23. 10 — T. XVII 2, und Abb. 23. 6. Von ihnen verdient das mit III. bezeichnete grössere Aufmerksamkeit: es lag in einer regelmässig gegrabenen Grube mit einem Bruchmesser von 70 cm, daneben fanden wir einen Ohrring mit offenen Enden aus Bronze. Für unsere Betrachtungen ist nicht uninteressant, dass in Grab 9, das keine Spur einer nachträglichen Öffnung zeigte, (die Profile waren völlig ungestört) nur ein Tongefäss am östlichen Ende des Grabes, auf die Grabsohle gestellt war (T. XVII, 11, und Abb. 23. 10). Da in den erwähnten Gefässen keine Knochen- oder Aschen­reste waren, müssen wir sie zweifellos als auf den uralten Traditionen beru­hende symbolische Bestattungen betrachten. 3 8 Drei Gräber des Gräberfeldes von Oroszlány weichen von dem übrigen charakteristischen Fundmaterial ab. Die auffallenden Gegenstände des Grabes 3 1 Виноградский, Ю. С., Раннеславянские памятники в окрестностях г Сосница. КС 1(1952/) S. 51., Abb. 1—4. Die Funde gehören in das 6—8. Jahrhundert. Das ähnliche Fundmaterial nördlich der Dneprgegend steht nach den sowjetischen Forschern mit der Ausbreitung der Slawen im 6. Jahrhundrt in Verbindung. ( Горюнова , E. И., Об этнической принадлежности населения Березняковского городища. КС 65(1956) S. 19, 22., Abb. 15. 3 5 Кухаренко, Ю. В. В., op. cit S. 33—38. 3 6 Ohne auf Einzelheiten einzugehen, ist hier zu bemerken, dass die Zusammenhänge zwischen den durch Ilona L. Kovrig bearbeiteten, oben bereites erwähnten frühawarenzeitlichen Funden und der Verbreitung unseres Fundmaterials in Pannonién eine südliche Richtung des frühawarenzeitlichen Slawentums voraussetzen (in Bezug auf die verschiedenen slawischen Wellen vgl. Simonyi D., StuSl 1 (1955) S. 333 ff.) Zu unseren Funden in Pannonién bildete der Fund von Cadjavica das erste Verbindungsglied. Leider ist mir nicht bekannt, ob in Jugoslawien ähn­liche getriebene Verzierungen vorkommen, aber auf Grund des dortigen sogenenten Prager Typus — der möglicherweise mit Hilfe der Oroszlányer Keramik leichter zu verstehen sein wird — und anderen Materials des 6—7. Jahrhunderts (vgl. Vinski , Z., Gibt es frühslawische Keramik aus der Zeit der südslawischen Landnahmeä Archeologia. Jugoslavica 1(1954) S. 71 f.) kann man weitere Zusammenhänge erwarten.

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