Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

Das frühaivaren^eitliche Gräberfeld von Oroszlány 119 hängt an einer aus S-förmigen Gliedern bestehenden Kette, zu der auch ein trapezförmiges Blechbruchstück gehört. Unsere bisherigen Beobachtungen können wir folgendermassen zusammen­fassen. Bei unseren zur Frauentracht gehörenden Gegenständen der Früh­awarenzeit sondert sich deutlich eine Fundgruppe ab, welche in enger Ver­bindung mit den südrussischen Funden des Pasterskoe-Martinovka Types steht. Soweit wir auf Grund, teils nicht gut beobachteter, teils beraubter Gräberfunde die charakteristischen Fundstücke kennen, sind dies die ver­schiedenen Blechanhänger — teilweise Kopfschmuckstücke — mit getriebenen Perlenreihen und gewölbten Punktkreisen verziert, die runden in der Mitte gewölbten Blechanhänger und die Schläfenringe aus Doppelspiralen. Hieher gehören aber auch die kleinen Holzeimer, welche man bisher in Ungarn nur im Gräberfeld von Oroszlány gut beobachten konnte und welche zwar in den Schatzfunden Südrusslands fehlen, doch auf Grund ihrer Verzierungs­motive und ihrer Technik nicht von den letzteren getrennt werden könne. Sehr bemerkenswert ist der Umstand, dass sich abgesehen von kleineren verein­zelten Vorkommen, diese Fundtypen auf Pannonién (Oroszlány, Pécs, Sió­agárd, Cserkút) Konzentrieren und auch in diesen Fundorten nicht vereinzelt, sondern miteinander in einer den Charakter des Fundortes bestimmenden Menge vorkommen. 2 5 Aus all diesem darf die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Fundorte dichtere, ethnische Gruppen bedeuten, die sich innerhalb der hier in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts lebenden awaren­zeitlichen Bevölkerung bis zu einem gewissen Grade absonderten. In den neuesten Diskussionen über die Martinovka-Kultur, das heisst über das Kutrigur anto-russ Problem, werden mehr und mehr die slawischen Komponenten der Kultur bekräftigt. Bei der Bestimmung des ethnischen Bildes spielen in erster Linie die verschiedenen Schmucksachen die führende Rolle. 2 6 Innerhalb der zu der Frauentracht gehörenden Gegenstände aber — welche die völkische Traditionen besser bewahren — können wir von unserem Gesichtspunkt haraus das Gewicht mehr auf die einfacheren Typen legen, das heisst auf Stücke, von denen man weniger voraussetzen muss, dass sie sich auch durch den Handel oder auf ähnlichen Wegen verbreiten konnten, mit anderen Worten auf Stücke, welche „völkischen Charakter" haben. 2 7 Wenn wir aber diesen Gesichtspunk und daneben das gruppén weise, geschlossenere Vorkommen der in Rede stehenden Fundgruppen 2 5 Für das sporadische Vorkommen einzelner Typen ist ein gutes Beispiel der Fund aus Grab 166 des awarenzeitlichen Friedhofes von Alattyán (Kom. Szolnok), in dem sich vier trapezförmige Anhänger bzw. Bruchstücke von ihnen fanden. Im Grab waren ausserdem mit Tremolierstich verzierte Eimerreifen; sonst zeigt kein Grab des umfangreichen Friedhofes Übereinstimmungen mit unserer Gruppe. Der Fund wird bearbeitet (Ungarisches National­museum — Historisches Museum), Ilona L. Kovrig datiert das Grab in den Anfang des 7. Jahr­hunderts. (Nach freundlicher mündlicher Mitteilung). 2 6 Vgl. Kundlácek, ]., Kultura pohrebnych poli cernachorského tipu na Ukrajnie a antská problematika. Slov. Arch. 5 (1957) S. 363 ff. 2 7 Ich denke hier in erster Linie an die Schnallen, Schmucksachen byzantinischer Her­kunft, wie z. B. im Material des Pécs-FabrikstâdterFriedhof, wo ein dem Oroszlányer ähnlicher Eimerrest ebenso vorkam. ( Alföldi A., Zur historischen Bestimmung der Awarenfunde. ESA 9(1934) S. 299., T. III. 1—10, 16, 18.) meiner Meinung gehört dieser Fund auf Grund seines im allgemeinen abweichenden Charakters nicht zu unserer Gruppe.

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