Folia archeologica 9.

Sándor Bökönyi: Mitteleuropäische vorgeschichtliche Büffelfunde

44 S. Bökönyi Im Archiv des Ungarischen Nationalmuseums sind im Material von Tompa drei Photoaul'nahmen zu finden (Taf. V. 2—4), die den zerebralen Teil eines Büffelschädels mit den beiden Hornzapfen darstellen. Auf der Rückseite der Photoaufnah men ist folgendes zu lesen : „Museum von Lemberg, Frühholo­zän, Fundort : Bukowina". Zu den Abbildungen gehörte auch ein Notizblatt, auf dem zwei Profilzeichnungen des Hornzapfens (beim Ansatz und in der Mitte) und die einzelnen Masse zu sehen sind. Die Photoaufnahmen zeigen einen Teil des Büffelschädels mit ziemlich kurzen Hornzapfen und auffallend breiter Stirne. Die Hornzapfen stehen nach oben, nach aussen und ein wenig nach hinten. Sie sind ziemlich stark nach innen gebogen, worauf auch aus den im Notizblatt ersichtlichen Massen gefolgert werden kann. Die Spannweite zwischen den Spitzen der Hornzapfen beträgt nämlich 535 mm, während die Entfernung zwischen den lateralsten Teilen der Hornzapfen 565 mm ausmacht. Auch hier zeigt der Querschnitt der Hornzapfen ein fast gleichschenkeliges Dreieck. Auch der Knochenperlenkranz am Ansatz der Hornzapfen ist gut zu erkennen und die Perlen erstrecken sich auch auf diesem Büffelschädel nur auf die laterale Seite der Stirne. Im folgenden geben wir die Masse der beiden Funde, verglichen mit den Massen der Hornzapfen einiger fossiler Büffel. fi bf Gross ter Durch­messer Kleinster Durch-messer te rt H к ­Die Länge der oberen, vordenen, hinteren Seite des Querschnitts CL. S £ Csóka 390 96 61 253 93 42 93 Bukowina — 115 — — .— — — 535 Buffelus murrensis 2 8 (Steinlieim) 510 128 — 360 — — .— 840 Bubalus Wansjoeki­9 (Sjara­osso-gol) 510 — — 535 220 95 220 — Bubalus brevicornis : 3 0 Honan 412 — — 405 162 79 142 665 Sechuan 330? — — 326 125 71 112 — Bubalus mepliistophclcs 3 1 .... 282 — — 300 108 74 103 430 Bubalus teilhardi 3 2 550 — — 340 105 85 130 480? Die beiden hier besprochenen subfossilen Büffelfunde gehören nicht zu demselben Typus. Der in der Bukowina gefundene Hornzapfen ist kürzer, dicker und schliesst sich deshalb eher an die Büffel des asiatischen Pleistozäns an, während der Zapfen aus dem Funde von Csóka länger ist und eher an den Büffelfund von Steinheim erinnert, obwohl dessen Hornzapfen noch etwas dünner ist. Es handelt sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach um örtliche Arten, was bereits auch bei den früheren asiatischen Büffeln angenommen, 21 1 Berckhemer, F., a.a.O. S. 151. 2 9 Broule, M.— Breuil, H.—Lieent, E. —Teilhard, P., a.a.O. S. 72. 1) 0 Young , G. С., Now finds of fossil Bubalus in China, Bull, of the Geol. Soc. of China. 15(193(5) S. 507. 3 1 Ders., a.a.O. S. 507. 3 2 Ders., a.a.O. S. 507.

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