Folia archeologica 9.

Sándor Bökönyi: Mitteleuropäische vorgeschichtliche Büffelfunde

Mitteleuropäische vorgeschichtliche Biiffelfiinde 43 im Jahre 700 (n. u. Z.) bzw. im XII. Jahrhundert. 2 6 Zu diesen beiden Dati­erungen glaubt der Forscher auf Grund der ziemlich unsicheren Datierung der Danziger Hornzapfen berechtigt zu sein. Uns jedoch -— in Kenntnis der Unter­suchungsergebnisse von Szalay, die La Baume nicht kennt, zumindest nicht erwähnt — erscheint das von La Baume im Zusammenhang mit dem vorder­asiatischen Erscheinen der Büffel festgestellte Datum als unhaltbar. Wir möchten nun im Rahmen der vorliegenden Arbeit der oben skizzier­ten Geschichte des Büffels noch eine neue, zwei subfossile Büffelfunde betref­fende Angabe hinzufügen. Der eine Fund kam in Jugoslawien, in der an der Theiss liegenden bekannten Neolith­Siedlung Csóka (Сока) zum Vor­schein, 2 7 wo auch ein a warisches Grä­berfeld freigelegt wurde. Der den Fund bildende Hornzapfen (Taf. V. 1 ) kam jedoch nicht in den Gräbern, sondern in der Siedlung selbst zum Vorschein. Erhaltungszustand und Farbe des Hornzapfens stimmen gleichfalls mit den in der Siedlung gefundenen Knochen überein, die О ' von den in den Gräbern zum Vor­schein gekommenen Knochen gut zu unterscheiden sind. Der Hornzapfen ist gut erhalten, fast unversehrt, nur seine Spitze ist abgebrochen. Beim Ansatz sind Schnittspuren zu sehen. Der Hornzapfen ist von dunkelbrauner Farbe und kann, da er sehr flach ist, be­reits auf den ersten Blick von den am Fundort zum Vorschein gekommenen, von Rindern stammenden Hornzapfen gut unterschieden werden. Der Quer­schnitt des Hornzapfens zeigt ein abgerundetes, gleichschenkeliges Dreieck (s. Abbildung ll), 27 a dessen obere und hintere Seite fast gleich lang sind, wäh­rend die Länge der dritten (vorderen) Seite nur die Hälfte der beiden anderen beträgt. Von den drei Seiten sind die obere und v ordere stark, die hintere hingegen ganz schwach konvex. Der Hornzapfen ist verhältnismässig lang, schwach an der Kante gebogen und verläuft in seiner ganzen Länge in einer Ebene. Die Oberfläche des Hornzapfens ist schwach gerillt und porös. Beim Ansatz treten die Rillen — besonders auf der oberen Seite — kranzartig her­vor. Schwach gestielt. Mit dem Hornzapfen hängt auch ein Teil des Stirnbeins zusammen, auf dem sich kleine Knochenperlen befinden, die sich schräg in Richtung der Orbiten ziehen und in medialer Richtung vom Ansatz des Horn­zapfens höchstens drei Finger breit nach innen erstrecken. (Eine derartige Anordnung der Knochenperlen kann an dem in unserer vergleichenden Kno­chensammlung befindlichen rezenten Hausbüffelschädel beobachtet werden.) Der andere Fund ist uns nur aus Abbildungen und Aufzeichungen bekannt. 2 6 La Baume , W., Herkunft und älteste Kulturgeschichte der Haussäugetiere. Beitr. z. Frühgesiehte der Landwirtschaft. I. Wiss. Abh. d. Dt. Akad. d. Landwirtsch. zu Berlin. 6/1(1953) S. 58. 2' Gegenwärtig im Móra Ferenc Museum, Szeged. 27 a Siehe auf Abb. 11. den Querschnitt des Hornzapfens von Csóka, an der Basis, in 6,5 cm, und 13 cm Höhe.

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