Folia archeologica 9.

M. Hermann - M. Kretzoi - L. Vértes: Neuere Forschungen in der Jankovich- Höhle

20 AÍ. Kretzoi Microtiis arvalis sprunghaft, um zuoberst in der Lage Nr. 1. parallel mit dem sprunghaften Emporsteigen von Apodemus sylvaticus und Clethrionomys wieder etwas zurückzugehen. Endlich kann noch dazugefiigt werden, dass Lage Nr. 4. einen leichten, doch nicht zu übersehenden Rückschlag auf die Verhältnisse zu erkennen lässt, die Lage Nr. 7. in viel markanterer Form kennzeichnen : ein schwaches Steigen der Zahl der Ochotona-, Сricetulus­, Microtus gregalis- und M. nivalis­Reste, was eine merkbare — wenn auch verhältnismässig geringe •— kontinen­tale Verschlechterung der klimatischen Verhältnisse gegenüber denen zur Bildungszeit von Lage Nr. 5. erkennen lässt. Fassen wir die gewonnenen faunistischen Resultate zusammen, so ergibt sich für die Lagen 11—9. ein Tundrenklima mit einem auf Lage Nr. 10. fal­lenden Maximum, w.orauf in Lage 8—6. eine rasche Aufwärmung mit — in Lage Nr. 7. — trocken-kontinentalem Steppenklima folgt. Auf diese Ver­hältnisse treten in Lage Nr. 5. — und besonders nach einem kleinen Rück­schlag zur Bildungszeit von Lage Nr. 4. — eine gemässigte, meist offene Land­schaft mit einem Optimum in Lage Nr. 2., um endlich in Lage Nr. ]. eine allgemeine Bewaldung der Landschaft zu beweisen. Endlich sei noch hinzugefügt, dass an archäologischem Material nach L. Vértes von Lage Nr. 4. an (nach unten !) Belegstücke des Epipaläolitikum gefunden wurden, während im Hangenden von Lage Nr. 1. aus einer gestörten Lage Überreste der Badener Kultur geborgen worden sind. Nun sollte nach allgemeinem Gebrauch eine Korrelation des Gewonnenen faunistisch-klimatologischen Bildes mit der einen oder anderen der üblichen Chronologien-Systeme versucht werden. Doch möchte Verf. mit einer solchen Korrelation die Zeit abwarten, wo uns bereits eine sichere faunistisch-klima­tologische Lösung des sog. W 2 —W 3-Problemes, ebenso wie ein Beweis für die allgemeine Gültigkeit des Rückschlages bei Lage Nr. 4. vorliegen werden. Entscheidend wäre auch eine sichere Korrelation des „Wühlmausspektrums" mit einem Pollenspektrum — besonders was die Stelle der Haselnusschwan­kung anbelangt. Eine neue Rekonstruktion der Klima Verhältnisse zur Bildungszeit der einzelnen Schichten des bearbeiteten Profils wurde mittels einer neuen Methode, durch die durch Angaben der Dominanz-Verhältnisse beeinflusste Mittelwerte der betreffenden Temperaturangaben der Ausbreitung der Arvicoliden-Arten, versucht. Die Rechnungen ergaben folgende Temperaturhöhen : Schichte Nr. U. 10. 8. 7. J 6. 5. 4. 3. 1­Juli-Mittel C° . + 14,3 + 12,2 + 12,7 + 13,ß + 15,1 + 15, + 21,5 + 20,8 + 21,8 + 22,2 + 20,4 Januar —Mittel + 20,4 C° —15,4 —18,4 —18,3 —16.« —14,7 —13,5 - 3,5 — 4,5 — 3.0 — 0.2 — 4,4 Jahres —Mittel — 4,4 C° + 2,2 + 0,3 + 0,5 + 1,7 + 3,1 + 3,7 + 11.3 + 10,7 + 11,9 + 12,2 + 11,6 Zu obigen Zahlen muss bemerkt werden, dass bei den Temperaturdaten des Januar-Mittels eine Korrektur durchgeführt werden musste, um (bei den Schichten No. 1—4 kontrollierbare) reelle Werte ermitteln zu können. Nebenbei sei noch auf die Makrofauna hingewiesen, die uns nicht die

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