Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

120 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZ ÜFALU von Turin, hin. 2 9 Die beiden Turiner Pateren 30 sind im Stile verschieden, 3 1 wir finden aber auf beiden Stücken einen in Kreisform endenden Griff, mit Loch in der Mitte, zum aufhängen. Die Pateren von Turin können also, wenn wir von der Aufhängevorrichtung absehen, als nahe Analogien zur Pfanne von Zalahosszúfalu ver­wertet werden. Der Fundort der beiden Turiner Pfannen ist unbekannt. Die Reliefe der ersten Turiner Patera sind in einem, auf gallischen Silberpfannen in karakteristischer Weise vorkom­menden Stile gearbeitet. 3 2 Aus Bourgoin (Isere), am Westabhang der Alpen, ist ein Silberfund bekannt, 3 3 darin sich eine bescheiden ausgeführte Silberpfanne be­findet, welche nicht nur in der Form, sondern auch in den Massen mit den pannonischen Stücken übereinstimmt. 3 4 Der Griff endet auch hier in Kreisform, ist aber nicht durchbrochen wie in Turin, steht also noch näher zum Stück von Zalahosszúfalu, wie die Turiner Stücke. Der Griff der Pfanne von Bourgoin ist mit Schwa­nenköpfe verziert, 3 5 die auf ihrem Halse einen kleinen Delphin tragen. Diese Verquikung zweier Tiere ist für die Reliefverzierung der gallischen 29 J. Arneth, а. O. Taf. S. XI 2; H. Dütschke, Antike Bildwerke in Oberitalien 4, 1880, 118, Nr. 308; Th. Schreiber, Die alexandrinische Toreutik (Unter­suchungen über die griechische Goldschmiedekunst im Ptolemaeerreiche I). Abhandlungen der phil.-hist. Classe der Königl. Sächs. Ges. der Wiss. 14, 1894, 322 f, Nr. 17. 3 0 H. Dütschke, а. O. 119, Nr. 310; Th. Schreiber, а. O. 323, Nr. 18. 3 1 Solche nachgegossene Stücke sind in dem Fund von Rudnik (Jugoslawien). M. Vassits, Revue archéo­logique 1, 1903, 18 ff, Abb. III, VI 4, 7. 3 2 Mit diesen Stil befasste sich H. Willers, Neue Untersuchungen über die römische Bronzeindustrie von Capua und Niedergermanien 1907, 80 f; Fr. Drexel, Bonner Jahrbücher 118, 1909, 198 f. 3 3 A. Comarmond, Description des antiquités et ob jets d'art de la ville de Lyon 1855—57, 496, Taf. 27, 85; A. Allmer —A. de Terrabasse, Inscriptions de Vienne 1, 1875, 354 ff, Nr. 87, Taf. 269, 30; CIL XII 2355. 3 4 A. Comarmond, а. O. 496, Taf. 27, 86; *Th. Schreiber, а. O. 331, Nr. 35. 3 5 Über die Schwanenkopfverzierung zusammen­fassend Th. Schreiber, а. O. 312 ff. Die Schwanenköpfe kommen an der Biegung des Griffes bei den Bronze­gefässen auch vor, aber ausschliesslich bei den italischen Fabrikaten. A. Radnóti, Diss. Pann. II 6, 15 ff, Taf. 2, 5; 18, 2. Ich kenne nur eine Kasserolle mit Schei­bengriff so verziert, aus dem Museum zu Trier, West­deutsche Zeitschrift 15, 1896, 378, Taf. 21, 7. Die Herkunft dieses Stückes ist unbekannt. Paterengriffe karakteristisch. 3 6 Mit dem Sil­berfund von Bourgoin kamen Münzstücke zum Vorschein, dessen letzte Stücke, Prägungen des Kaisers Gallienus sind (253—268 n. Chr.), dies besagt aber nicht, dass die Pateren nicht ein Jahrhundert älter sein könnten. 3 7 Ein weiterer Schatzfund, der leider zugrundeging, kam in Mäcon zu Tage. 3 8 Der Fund ist auch mit Prä­gungen des Gallienus datiert. Nach einer alten Beschreibung des Fundes befand sich darin eine einfache Silberpatera, mit in Kreisform endendem Griffe. Die beiden Fundorte dieser Analogien, Bourgoin und Mäcon (im Tale der Saóne), weiterhin ihr stilistischer Zusammenhang mit den bekannten gallischen Fabrikaten, legt den Schluss nahe, dass die Fabrik der Zalahosszúfaluscher Pfanne, wie auch des Stückes von Schwechat in Südgallien lag. Das Stück des Kunsthisto­rischen Museums in Wien, kann vielleicht auch aus Frankreich stammen, vielleicht haben wir dafür auch einen Hinweis in seiner Inschrift. 3 9 Es ist noch die Frage zu klären, ob die oben behandelten Kasserollen nicht etwa noch früher, im I. Jahrh. in Italien entstanden sind? Die Form welche dieselbe ist, wie die campani­schen bronzenen Küchengefässe, könnte dies wahrscheinlich machen. Wenn wir aber die rei­chen Silberfundevon Pompeji betrachten, 4 0haupt­sächlich die Lückenlosen Tafelgeschirre so fehlen darin die einfachen Pateren mit in Kreis­form endenden Griff. 4 1 Im Schatze von Hil­desheim 4 2 kommen schon glatte Silbergefässe nachahmen, aber der Schatz ist mit gallischen Fabrikaten untermischt, so dass die glatten Stücke nicht eindeutig lokalisiert werden kön­3 6 Th. Schreiber, а. O. 325, Nr. 24; G. Johnson, Archaeologia 28, 1840, 436 f, Taf. 25; H. Willers, a. O. 81, Abb. 47. 3 7 Nach der punzierten Inschrift der anderen Silber­schale ist das Gefäss ein früheres Fabrikat, s. E. Ritter­ling, PWRE XII 1464 «legio». 3 8 Caylus, Recueil d'Antiquités 7, 248, Taf. 69, 2—3; Revue archéologique 1925, 2, 115, Nr. 4. 3 9 Auf den gallischen Silberkasserollen beziehen sich die Darstellungen und die Dedikationen meistens auf Merkur. So auch der Schatz von Berthouville ist eine Opfergabe an ein Merkur-Heiligtum. Vogl. eine Patere mit Scheibengriff E. Babelon, а. O. 134, Taf. 32, 29. , 4 0 A. Héron de Villefosse, а. O. 103 ff, Nr. 45—49, Taf. 23, 3; 24, 1—2; 25, 1. 4 1 A. Maiuri, а. O. 354 ff, Taf. 50—51. 4 2 H. Winter —E. Pernice, Der Hildesheimer Sil­berfund 1901, 73, Taf. 46, 38; über die Analogien im Bronze s. A. Radnóti, Vasi di bronzo romani nel Museo Profano del Vaticano 1937, 10 ff, Taf. 1, 2.

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