Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

121 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZÜFALU nen. 4 3 Demgegenüber finden wir im grossen Silberfund von Berthouville, neben den im relief­verzierten gallischen Fabrikaten, die silbernen Abarten der einfachen Bronzegefässe wieder. 44 Die grossen geschlossenen Silberfunde besagen also, dass die glatten Silberpfannen im I. Jahr­hundert in Süditalien noch nicht vorkamen, dass diese also gallische Fabrikate sind, welche neben den anderen Stücken dieser provinzialischen Toreutik, als bescheidenere Ware herliefen. Wenn wir nur die Form der Zalahosszüfaluer Pfanne betrachten, so ist eine enge, wenn auch nicht unvermittelte, Verwandtschaft zu unter­streichen. Als Pfanne, mit in Kreisform enden­dem Griffe gehört es in die Kategorie der in Süditalien geborenen Pfannenformen. Die Ein­teilung von H. Willers, dem Einschnitt im Griffe 4 5 folgend, (die Durchlochung diente zum Aufhängen), kann hier als Unterschied nicht verwertet werden. Diese bronzene Pfannenform war lange Zeit im Gebrauch. Sie wurden von Augustus an, bis in die Mitte des III. Jahrh. n. Chr. verfertigt. 46 Die Form gelangt ohne allen Zweifel von Süd­italien aus nach Gallien. 4 7 Es ist aber noch zwei­felhaft wann die gallischen Bronzearbeiter zu arbeiten anfingen? 4 8 Es ist auch nicht ganz einwandfrei festgestellt ob die keltischen Meister­namen alle gallischen Ursprunges sind oder darunter auch norditalische Arbeiter zu ver­4 3 H. Winter—E. Pernice, а. O. 14 f. Der Motiven­schatz der einen Kasserolle (Taf. 46, 37) ist von der augusteischen Zeit, doch ist die Ausführung derart pri­mitiv, dass man diese in das II. Jh. n. Chr. datiert (а. O. 72 f). Auf diesem Stück sind wichtig die zwei peltaförmigen Ausschnitte am Ende des Griffes, diese reihen die Patera in die Gruppe der bronzenen Kasse­rollen (A. Radnóti, Diss. Pann. II 6, 25 ff, Taf. 2, 6; 19, 1). Die Verzierungen der Patera entsprechen der frühen Datierung der Blechkasserollen, doch dürfen wir die Erzeugung nicht in Gallien suchen, sondern in Oberitalien. 4 4 E. Babelon, а. O. 137, Nr. 33, Taf. 31. Mit unverziertem Schwalbenschwanzende und drei Löcher am Griffe, vgl. M. Vassits, а. O. 18 ff, Abb. 4. Die Bronze­kasserollen mit drei Löcher am Griff hatten Einfluss auf die gallischen Silberpateren. Über diese Gruppe s. A. Radnóti, а. О. 66, Taf. 4, 20. 4 5 H. Willers, а. О. 76 ff. 4 6 Н. Willers, а. О. 79 f; S. Müller, Juellinge­Fundet (Nordiske Fortidsminder II 1) 35; G. Ekholm, Romer ska vinskopor och kärl av Hemmoortyp i skan­dinaviska fynd 1934, 9 ff; G. Ekholm, Fornvännen 1935, 193 ff. 4 7 J. H. Holwerda, Oudheidkundige Mededeelingen 12, 1931, Suppl. 23. stehen sind? 4 9 Es ist auch nicht unwahr­scheinlich, dass man gute, süditalische Namen fälschlicherweise auf eigene Arbeiten einprägte. 5 0 G. Ekholm sucht in Südgallien bei Lyon eine grosszügige Bronzegefässindustrie. 5 1 Die hiergefertigten Gefässe sind ihrer Form nach stark von Süditalien abhängig, so dass die Un­terscheidung ihrer Erzeugnisse schwierig ist. 52 Unter den aus Lyon publizierten Stücken ist eine Bronzepfanne dessen Griff in ihrer abgeplatteten Form stark auf Zalahosszúfalu erinnert. 5 3 Wir können übrigens als karakteristisch festlegen, dass die gallischen Pfannen mit Griffende in Kreisform, plumpe, grob gearbeitetet, Stücke sind. 5 4 Es kann aber sein, dass diese grösseren, ungelenkigeren Formen nicht aus Lyon stam­men, sondern aus einem anderen gallischen Zen­trum, da die Stücke aus Lyon den süditalischen Arbeiten ganz ebenbürtig sind. 54 a Für das Stück von Zalahosszúfalu ist seine kleine Form und seine gute Proportion bemerkenswert. Bronze­pfannen, die so klein sind, sind verhältniss­mässig selten. Sie sind aus einem Funde von Doorwerth bekannt und sind mit den Namen Carugenus versehen. 5 5 Der Fund von Doorwerth ist spätestens in die Miltte des II. Jahrh. zu datieren. 5 6 Wenn Carugenus in Gallien arbeitete, so gehört er zu den frühen Meistern, wie dieses ja auch seine Formen verraten. Da die Gefässe von Lyon in ihrer Form den süditalischen Ar­beiten am nähesten stehen, so kann diese Gegend als das früheste gallische Zentrum betrachtet werden; vielleicht arbeitete auch Carugenus hier. Karakteristisch ist der peinliche Anschluss an die Formen der süditalischen Toreutik und die saubere Ausführung, da erst dieses den Konkur­renzkampf mit den italischen Erzeugnissen 4 8 H. Norling-Christensen, Acta Archaeologica 8, 1937, 176 ff; O. Klindt-Jensen, Fra Danmarks Ungtid 1940, 129 ff. 4 9 J. H. Holwerda, а. O. 23, vgl. die Fabrikation cles Meisters Norbanus, A. Radnóti, а. О. 32 f. so H. Willers, а. О. 80. 5 1 Fornvännen 1935, 198 ff. 5 2 H. Norling-Christensen, а. О. 173 ff. 5 3 G. Ekholm, Fornvännen 1935, 198, Abb. 6. 5 4 Für die schwere Form ist bezeichnend die Cara­tus-Kasserolle von Ászár. A. Radnóti, а. О. 54 f, Taf. 22, 5— 5а, mit weiterer Literatur. 54 1 Über die Silberschmiede von Lugdunum s. P. Wuilleumier, Revue archéologique 8, 1936, 53. 5 5 J. H. Holwerda, а. O. 21, Nr. 14—15, Abb. 12, 22—23; A. Radnóti, а. О. 52. 5 6 J. H. Holwerda, а. О. 23. Das Bronzegefäss­material wiederspricht der frühen Datierung des Fundes.

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