Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

117 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZÜFALU Schatzes von Zalahosszúfalu ist gerade einer sol­chen Stelle am Flusse Zala. Der Weg kommt aus Osten, Richtung Keszthely und tritt in den Flusstal Zala bei Szentgyörgyvár ein. 7 Auf der anderen Seite des Flusses liegt die Meierei Bocsotahegy, wo der Fund gehoben wurde. Hier war ganz gewiss eine wichtige Furt, weil die Spuren des römischen Weges noch heute auf dem rechten Flussufer gut zu sehen sind. Der Weg geht in gerader Richtung, einem Nebentale folgend nach Westen. Wir müssen den Weg auch weiterhin gerade nach Westen verlaufend denken, da ein anderer Durchquerungspunkt desselben Weges bei Pölöske als römischer Fun­dort bekannt ist. 8 Der weitere Verlauf des We­ges ist ungewiss, vielleicht biegt es in der Rich­tung von Alsölendva nach Süden ab 9 und er­reicht die Drau bei Poetovio (Pettau-Ptuj), oder, wenn es weiterhin westlich verlief, so muss ihr Ausgangspunkt Flavia Solva (Leibnitz) gewesen sein, welcher ein Knotenpunkt des nachbarlichen Noricum war, und ebenfalls eine wichtige Rolle in der Romanisation des mittleren Donaugebietes führte. 1 0 Wir glauben, dass der Fund von Zalahosszúfalu mit diesem Wege eng zusammenhängt, bei dessen wichtigen Brücken­kopf es gefunden wurde. 1 1 Da in beiden Teilen des Fundes die Münzen gleicherweise in einer grösseren Tonurne ste­cken, ist es wahrscheinlich,.dass wir es mit einem einheitlichen Funde zu tun haben. Ihr Zusam­menhang kann aber nur dann als erwiesen gel­ten, wenn die Datierung der silbernen Denare, sich mit dem schon ermittelten Datum der Bron­7 Als römischer Fundort erwähnt von V. Kuzsinszky, A Balaton környékének archaeologiája 1920, 44 f. Über das hier gefundene figurale Bronzegefäss : A. Hekler, Múzeumi és Könyvtári Értesítő 3, 1909, 203; A. Rad­nóti, Die römischen Bronzegefässe von Pannonién (Diss. Pann. II 6) 1938, 173, Taf. 54, 1, la—b. 8 Die frühesten Bronzegefässe des Balaton-Museums zu Keszthely sind von hier: A. Radnóti, Diss. Pann. II 6, 124 f, Taf. 36, 5—6; 139, Taf. 47, 1 —la; 159 f, Taf. 39, 2—2a. 9 Vielleicht identisch mit Halicanum (Itin. Ant. 261, 9 und 26?, 4; Anon. Rav. 216, 3; Ptolemeus II 14, 4; 3OXi^axov), vgl. K. Dervarics, Zalavármegye Évkönyve 1896, 203 ff; Q. v. Finály, Nomenciator 40; A. Gráf, а. О. 69, Anm. 5. 1 0 W. Schmid, Flavia Solva 2 Aufl. 1917, 6 f. 1 1 Wir halten für empfehlenswert die Grabung an der Fundstelle des Schatzes, welche vielleicht die Um­stände der Verbergung besser erklärt. Nicht weit von dieser Stelle kamen Trümmer eines römischen Gebäudes zum Vorschein. zemünzen deckt. Für die silbernen Gegenstände kann als ganz einwandfrei nur das Datum der Silbermünzen herangezogen werden, da sie mit diesen in einem unmittelbaren Zusammenhang gefunden wurden. Die Urnen können bei der exakten «post quem» Datierung der Münzen übergangen werden: eine Datierung der Haus­keramik in diesem Falle, kann auch nur aus den Münzen ausgehen. Von den gutgeschlämmten, hellgrauen, ur­nenförmigen Gefässen sind kaum einige Reste geblieben. (Taf. II 4, 5a-b). Die Bruchstücke ge­hören in die Kategorie der weitverbreiteten, grauen Hauskeramik, welche Feststellung nicht viel besagt. 1 2 In Hinsicht der Datierung müssen wir uns eingehend mit den Silberdenaren befassen. Es sind auch noch einige Grossbronzen zu erwäh­nen, die im Besitze des Herrn I. Szentkirályi verblieben sind, und bisher unpubliziert blieben. Sie sind den bekannten 350 Stücken anzureihen. 1 3 H adrianus 1. Coh. 342; BMC III 1295; Strack II 611. Antoninus Pius. 2. Coh. 282; RIC III 761; Strack III 979. 3. Coh. 363; RIC III 770; Strack III 989. 4. Coh. 535; RIC III 916a; Strack III 1093. Faustina sen. 5. Coh. 282; RIC III 1081; Strack III 1224a. 6. Coh. 29; RIC III 1155; Strack III 1263a. 7. Coh. 88; RIC III 1118; Strack III 1287a. Die aufgeführten Münzen ändern nicht am geringsten den Schluss Alföldi's, dass nähmlich 1 2 Eine ähnliche Keramik kennen wir in der Umge­bung, unter den Beigaben des Gräberfeldes von Keszt­hely-Ujmajor: V. Kuzsinszky, а. O. 78, Abb. 103, 1—2. Zu der festen Datierung der Keramik verhilft uns gerade unser Münzfund. 1 3 Wir halten es für überflüssig, die Legende und die Darstellungen der Münzen zu erwähnen, nachdem diese Arbeit keine numismatische Veröffentlichung ist. Auf der Liste der Münzen teilen wir die Nummern der wichtigsten Handbücher mit, in diesen findet der Forscher die Beschreibung der Stücke. Die Abkürzungen der Liste: Coh. = H. Cohen, Description historique des tnonnaies frappées sous Vempire romáin. Deuxieme edition Paris, 1880; BMC = H. Mattingly, Coins of the Roman Empire in the British Museum I. 1923, II. 1930, III. 1936; P. L. Strack, Untersuchungen zur römi­schen Reichsprägung I. 1931, II. 1933, III. 1937; RIC = H. Mattingly. — E. A. Sydenham, The Roman Imperial Coinage III, 1930.

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