Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

118 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZ ÜFALU der Fund im Jahre 154 n. Chr. in die Erde kam. Der vierte der hier behandelten Münzen stammt aus eben demselben Jahre, die andern sind frü­here Emissionen. Die Silberdenare werden hier zum ersten male besprochen, 91 Stücke liegen im Balaton Museum von Keszthely, 72 Stücke konnte ich bei Herrn I. Szentkirályi studieren. Die Münzen sind gut erhalten und sind gut bestimmbar. Die einzelnen Kaiser sind wie folgt vertreten: 1. Nero 1 Stück 2. Galba 2 » 3. Otho 1 ,» 4. Vitellius 5 » 5. Vespasianus 48 » 6. Titus 7 » 7. Domitianus 15 » 8. Nerva 3 » 9. Traianus 39 » 10. Hadrianus 24 » 11. Sabina 1 » 12. Antoninus Pius 9 » 13. Antoninus Pius und M. Aurelius 3 » 14. Faustina sen. 4 » 15. Marcus Aurelius 1 » Zusammen: 163 Stücke. Wir müssen hervorheben, dass der Mün­zenfund nur einen Teil des einstens gehobenen Schatzes darstellt. Was wir aber doch vorsichtig feststellen können, ist, dass die Kaiser des I. und II. Jahrhunderts beinahe alle vertreten sind. Die Münzen des II. Jahrhunderts sind in kleinerer Anzahl vertreten, dies kann aber eine Folge der Münzenzerstreuung sein. Wir können übrigens eine regelrecht auftretende Eigenart der ge­schlossenen Funde auch hier feststellen, dass gewöhnlich Nero der erste Kaiser ist, dessen Münzen in den Funden auftreten. Die früheren Stücke aus dem I. Jahrh. fehlen gänzlich. 14 Wir teilen die Münzen in chronologischer Folge mit. Siehe die Liste im ungarischen Text. Zum Verständniss: drb. = Stück; ezüst = Silber; és = und; varians = Variant. Zum Funde gehören auch zwei römische 1 4 K. Regling, Zeitschrift für Numismatik 29, 1912, 217 ff. 1 5 Über das Vorkommen der lykischen Drachma s. K. Regling, а. O. 235 ff. Über solche Stücke s. zusam­menfassend E. Jónás, Budapest Régiségei 12, 1937, 286 f. Fälschungen, die eine wurde nach dem der Faustina sen. geprägt, welcher auf dem Revers Aequitas aug. trägt, das zweite Stück ist eine Nachbildung eines Antoninus Pius. Avers: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XXII(?) Revers: SALVS AVG COS IUI Von diesem Stück gab schon Strack bekannt, dass es eine Fälschung ist. 1 6 Wenn wir die tri­bunicia potestas gut lesen, dann gehört die Fäl­schung in das Jahr 158—159 n.Chr. Das Tribuns­jahr ist aber nicht gut zu lesen und eine Fäl­schung kann nicht als Evidenz für eine Datierung verwertet werden. Es ist aber zu bemerken, dass diejenigen Stücke die die Fälschung nachahmen zum erstenmale von Antoninus Pius sind die Jahre des Tribunats erst vom XVII.-ten Jahre angefangen vermerkt. Wir stehen somit ganz in der Nähe der Datierung der Grossbronzen, ob­gleich ich es als ausgeschlossen halte, dass eine gleichzeitige Fälschung gleich im ersten Jahre eines neuen Avers-Typus entstanden sein könnte. Die Grossbronzen und die Denare geben ungefähr eine gleichlautende Datierung auf das Jahr 154. n. Chr. Es bemerkte schon András Alföldi, dass dieses Jahr zu keinem wichtigen Ereignis in der Geschichte Pannoniens in Be­zug gesetzt werden kann. 1 7 Ein geschlossener Denarfund von Wallern (Valla, Ostmark) kann durch sein letztes Stück in das Jahr 157 n. Chr. gesetzt werden. Dessenungeachtet glaubt A. Barb den Fund in die Zeit der Markomannen­kriege verlegen zu können. 1 8 Im Gebiete der Quaden, nördlich der Donau finden wir eine andere interessante Analogie im Denarenfund von Ipolyvisk (Vyskovce), dessen letztes Stück in das Jahr 153 n. Chr. gesetzt werden kann. 19 Dieses Datum ist weitaus früher als die Mar­komannnenkriege. 2 0 Diese Funde bedeuten, dass in den Jahren 153—157 in Pannonién und ent­lang des Limes, wichtige Ereignisse sich abspie­"P. L. Strack, III Anhang IV 64. 1 7 А. O. 102. 1 8 Mitteilungen der Num. Ges. in Wien 16, 1927, 10 ff. 1 9 V. Ondrouch, Der römische Denarfund von Vys­kovce 1934, 101 ff. Der Fundort gehörte früher zur Republik Tschechoslowakei, gegenwärtig wieder in Ungarn. 2 0 V. Ondrouch, а. O. 6 f.

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