Folia archeologica 1-2.
László Gyula: Egy régensburgi vállkő
218 LÁSZLÓ: BEITRÄGE ZU EINEM REGENSBURGER KÄMPFERSTEIN warscheinlich dass dieser Kämpferstein auf einem Fenster jenes Klosters sich befunden haben konnte, in dessen Nähe er tatsächlich auch zum Vorschein kam. Bei der Zeistbestimmung dieser Kunstwerke kommen uns die analogen Kapitell des XI —XII. Jahrhunderts nur wenig zur Hilfe, da die selben einen anderen inneren Gehalt gehabt haben; dürften. 1 Die Mode der den Regensburger ähnlichen glatten oder reliefartig bearbeiteten Kämpfersteine erlebt am Ende des XII. Jahrhunderts seine Blütezeit. Auf beiden findet sich oft die walzenförmige Gliederung der zwei schmäleren Seiten. 2 Ein grosser Teil dieser Steine ist glatt und waren dann natürlich bemalt. Sie dürften wahrscheinlich mit solchen Palmettenstraussen bemalt gewesen sein, wie ähnliche zum Beispiel aus dem früheren Quedlinburger, oder den späteren Königswarter Kämpfersteinen in gemeisselter Ausführung erhalten geblieben sind. 3 In der Axe des Stausses tritt öfters ein Kreuzmuster oder irgendeine Scene auf. 4 Ein andersmal wieder erscheint an dieser Stelle der behandelte Reiter. Der Stein spricht dafür dass der Meissel durch eine sehr geschickte Hand geführt wurde, die ohne Zaudern und ohne einen brauchbaren Raum unausgenützt zu lassen, ihr Meisterwerk vorbrachte. Der hier auftretende zick-zackförmige Meander ist übrigens auf den spätromanischen Bildhauerarbeiten sehr selten. Er kommt unter anderen auf einem Abacus der Regensburger St. Jakobskirche vor 5 und tritt im Kreuzgang des Neumünsterer Klosters in Gesellschaft ähnlicher Kämpfersteine auf. 6 In beiden Fällen finden sich auch scharf geschnittene Palmetten. Die erwähnten Denkmäler stammen aus dem Ende des XII. Jahrhunderts und schliessen sich diesen noch eine ganze Reihe verwandte Denkmäler an. Eine entschprechende Technik verraten unter andern auch die Kariatiden des Schottentors, wo auch die sich auf das Auge beziehenden Details entsprechend ausgeführt sind. 7 Es lässt sich jedoch zwischen beiden eine Abweichung feststellen, indem bei dem Schottentorer Kunstwerken die Augen aus der Gesichtsfläche hervortretend ausgebildet und die übrigen Gesichtssteile durch Flächen gebildet sind, während bei unseren Exemplaren die Augen allein durch Tiefschnitt hervorgehoben und die Gesichtskonturen durch Abrundung gegeben sind. Diese Unterschiede beziehen sich auch auf die übrigen Körperteile der Figuren. Unter den, unter französischen und italienischen Einfluss entstandenen, gleichzeitigen südbayerischen Bildwerken konnte ich keine engere Parallele mit den Eigenschaften der Regensburger Reliefs feststellen. 8 Unsere Kunstwerke weichen auch von den Bauernarbeiten der, ihnen in Auffassung übrigens nahestehenden, Grössenlindener TorKunstwerke ab. 9 Auf Grund der mir zu Verfügung steheneden Analogien glaube ich feststellen zu dürfen, dass unser Stein älter als die Reliefs von Schottor und dessen Kreis angehörenden Kunstwerke ist. Der Stein dürfte in dem Kloster gestanden haben auf dessen Ruinen das heutige Jakobskloster entstand. 1 0 Durch diesem Zeitunterschied lassen sich die Verschiedenheiten in der Ausarbeitungstechnik erklären. Anderseits sprechen die Übereinstimmungen dafür, dass die Werke des Meisters des späteren Schottentors in diesem frühen Atelier wurzelten. In meiner Beschreibung habe ich die Aufmerksamkeit auf die Modellierung der Tiergestalten der Seitenflächen erweckt. In der Ostkunst reicht die besondere Hervorhebung der Schenkelreliefs weit zurück 1 1 und dürfte auch auf unseren Regensburger Stein aus Osten gelangt sein. Es wäre schwierig festzustellen auf welchem Wege diese Mode nach Regensburg geriet, da diese Idee so durch Gegenstände die auf Handelsweg, wie auch geschenkweise oder als Beute hiehergelangen konnte. Die im IX. Jahrhundert nach Westen gelangten awarischen fürstlichen Schätze scheinen hier eine wahrhaftig awarische Mode eingebürgert zu haben ; 1 2 ähnlich Hess die Kultur des Magyarentums des XI. Jahrhunderts gleichfalls tiefe Spuren bei den westeuropäischen Völkern zurück. Die Kreuzzüge überbrücken abermals in unmittelbarer Weise die Kulturen Europas und des nahen Orients. Unter der Einwirkung dieser vielseitigen Einflüsse dürfte jenes Musterbuch eststanden sein, welches unseren Regensburger Steinmetzer als Vorbild diente. Unter den vier Darstellungen unseres Steines lassen sich nur bezüglich einer, mittelalterliche Parallelen feststellen. Dies ist die Kampfscene Samsons mit dem Löwen (Т. II. I). 1 3 Trotzdem auch David in ähnlicher Situation dargestellt wurde, 1 4 dürfte unsere Figur auf Grund des langen Haares sicherlich nicht David, sonder Samson darstellen. Bei diesen Darstellungen pflegt der Held in allgemeinen, entweder auf dem Löwen knien, oder auf diesen sitzend, es zu bezehmen trachten. Auf alldiesen Darstellungen scheint die Idee des stiertötenden Mithras