Pest-budai árvíz 1838 (Budapest, 1988)

Györgyi Erzsébet: Giergl Henrik visszaemlékezése az 1838. évi pest-budai árvízre

Dienstag den 13 Marz 1838. in der Nacht um 11 Uhr ist der Damm einge­brochen, und das Wasser stürmte brausend und schäumend wie eine Mastwolke da­her, die alte Postgasse entlang, und vereinigte sich fast gleichzeitig mit den Wassermassen, die aus den goldenen Hand Gasse und der Waiznergasse daher schoßen, vor unserem Hause. - Das lärmte wie ein Wasserfall, und gleich darauf herrschte Todtenstille. ­Bald darauf führte man die Postpferde vorüber, die in dem Hause vis a vis, wo sich auch unser Gewölb befand, ihren Stall hatten, nach dem Postge­bäude in der Herrengasse, wo noch kein Wasser war. In unserem Gewölbe blieb Alles wie es war, ausgenommen die Spiegel in Goldrahmen, die alle etwas ges­tellt wurden, dennoch aber vom Wasser vereißt wurden,- denn wer dachte sich, daß es so hoch kommen würde?! Wir hatten damals einen Wirth im Hause, der im Keller ein Kalb hatte, und dasselbe, de er nicht wußte wo er es unterbringen sollte, schlachtete. Von dem Kalbe aßen wir alle im Hause befindlichen die ganze Zeit, und was das Essen anbelangt, hatten wir keinen Mangel, denn wir waren auch mit Mehl, Hül­senfrüchten etc. gut versehen. Trotz dem grä'Blichen Unglücke sah man oft Scenen, die einem unwillkühr- lich zum lachen reizten, und oft sahen wir Jamernden in einer Kiste, einer Tonne, oder in einem Waschtrog der auf eine Thür genagelt war, daher schiffen. In unserer Nachbarschaft wohnte auch ein junger Fiscal, der eben auf Recognos- cierungen ausgehen wollte, und den wir in einer Kiste, wovon wir eine Menge im Hofe des Szentkirályischen Hauses sehen hatten, vorbei schwimmen sahen. Aber kaum hatte er sich von seine seinem Hause 20 Schritte entfernt, so faßte die Kiste Wasser, und er sank allmählich tiefer, daß er aus Angst laut auf­schrie. Zum Glück ging ihm das Wasser nur bis an die Brust. Die Donau erreichte den IS1". Marz den höchsten Stand so daß es an einigen Häusern z. B. bei der Pfarrkirche, bis in den ersten Stock reichte. - Nur die höchsten Stellen Pesth* s waren vom Wasser frei, als die ewang. Kirche, die franziskaner Kirche, das Invaliden Palais, der neue Marktplatz etc wohin sich überall die Leute flüchteten, auf dem Marktplatz standen noch die Marktbuden, welche alle mit armen Familien angefüllt waren, in denen sie Ob­dach suchten. - Täglich flüchteten sich Leute nach Ofen, zu welchem Zwecke mitten durch den Eisgang das Dampfschiff fuhr, und die Leute die auf großen und kleinen Schiffen durch die Gassen bis an die Donau sich wagten, unentgelt­lich mitnahm. Dies hatten die Pesther dem alten verstorbenen Erzherzog Joseph zu danken, der überhaupt viel Gutes für das : Volk wirkte. ­86

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