Pest-budai árvíz 1838 (Budapest, 1988)
Györgyi Erzsébet: Giergl Henrik visszaemlékezése az 1838. évi pest-budai árvízre
Durch den ungeheueren Wasserstand wurde das Eis endlich gehoben, und nachdem es Luft hatte, sahen wir auf offener Donau die größten Eismassen wie Pfeilen vorüber schießen. - Am meisten Angst machten uns die bösen Nachrichten die wir hörten, und die, wie es immer bei solchen Dingen zu gehen pflegt, immer größer anwuchsen, - jeder setzt etwas dazu und so steigt es oft bis ins unendliche. Dieser brachte uns die Nachricht dieses oder jenes Haus ist von oben bis unten gesprungen, im einer Weile hörte man, es wäre zusammengestürzt, und so kam eine Schreckensbotschaft nach der andere; welche unsere Befürchtungen über unsere eigene Existenz nur vergrößerten, denn vor unserem Hause hatte sich das Eis solchergestalt zusammengedrängt, daß wir im Notfall nicht einmal zum Thore hinaus konnten. Im ganzen sind in Pesth über 2000 Häuser gestürzt, natürlich meistens kleinere, und besonders litten die Josefstadt, Franzstadt und Theresienstadt, wo ganze Straßen eingestürzt waren, und alle Dächer auf der Erde lagen. Nun sank das Wasser in einem fort, und Samstags nachmittag hatte es sich in den uns am nächsten liegenden Gassen gänzlich verloren, so daß wir unser Haus verlaßen konnten. Mein Vater ging sogleich ins Gewölb um den Schaden anzusehen. - Komisch sahen die vielen auf dem Boden im Schlamm zerstreut liegenden Glä’ser aus, die das Wasser gehoben, und dort niedergesetzt hatte; mehr Schaden hatten wir an den Spiegeln, deren Rahmen das Wasser gehoben, und dann umgestürzt hatte, und zerbrachen. - Dies ware aber noch Alles gut abgelaufen, wenn uns nicht ein größeres Unglück getroffen hätte, - erst 4 Wochen nach dem Wasser stürtzte ein Theil unseres Hauses in der Schiffmannsgasse ein, welcher Aufbau meinem Vater mindestens 4000 ft. Con. Münz kostete. Dies geschah am Charfreitag. Durch diese Überschwämmung entstand eine Unordnung und Hemmung in allen Verhältnissen. Auch die Schulen wurden geschloßen, und erst mit Anfang October nahmen sie wieder ihren Anfang. Dadurch hatten wir ein Jahr versäumt, und mußten es wieder von vorne an repetieren. Mit erneuerten Fleiß machte ich mich über alle Studien, und war froh daß ich wieder in die Schule ging. Wir hatten wieder unseren alten Professor, den wir auch bis zu meinem Austritt aus der lateinischen Schule behielten. Ich lernte wahrend meiner ganzen Schuljahr fleißig, und schwang mich von I6t bis zum 2C Eminenten empor. Dadurch bekam ich vor der Schuljugend einiges Ansehen, und machte selbst einen kleinen Professor über mehrere, mir zuget- heilte Schüler, die mir täglich ihre Lectionen hersagen mußten, und die ich dann nach meiner Einsicht mit bene, valde bene, oder mit der tertiae Classis belohnte. 87