Pest-budai árvíz 1838 (Budapest, 1988)

Györgyi Erzsébet: Giergl Henrik visszaemlékezése az 1838. évi pest-budai árvízre

HENRICH GIERGL MEINE LEBENS-BIOGRAPHIE, ALS EINLEITUNG ZU MEINEM TAGEBUCH1'^ Ein Jahr darauf war die große furchtbare Überschwä'mmung. Schon früher hörte man und las in den Zeitungen von solchen massenhaften Schneefällen, wie man sich kaum erinnern könne auf ähnliche, zudem war die ganze Donau fast zugefroren, da6 die größten Frachtwägen hier über das Eis fuhren, ohne jede Bedenklichkeit vielleicht einzubrechen. Gegen Ende Feber und anfangs Marz trat plötzlich solch warme Witterung allenthalben ein, daß der Schnee überall schnell zerfloß, und alle Großen und kleinen Flüße und Bache anschwellen und solche WassermaBen aus Tyrol, Bayern, östreich und den Karpathen etc. der Donau Zufahrten, daß diese in einigen Tagen bis zum Rande übervoll war. Das sehr dicke Eis konnte so schnell nicht schmelzen, sondern wurde durch das enorme Wasser gehoben, und bewegte sich äußerst langsam und oft stockend, welches die Ursache war, daß es sich an Csepele'r Insel fest­gesetzt, und durch den Nachdruck sich nicht nur aufgethürmt, sondern auch bis in den Grund gebohrt hatte. ­Nun stieg das Wasser staunend schnell, in einer Stunde auch einen halben FuB, welches die Pesther dermaßen mit Schrecken erfüllte, daß alle Hauseigent- hümer und der nur Pferde besaß von ihren Stä'llen alten Mist, dann Sand und Steine und Erde an das Donauufer fuhren ließ, um einen Damm zu bauen. - Es waren bei dieser Arbeit über 1000 Menschen beschäftigt, doch war alle Mühe fruchtlos, das Wasser stieg bis zu einer nie geglaubten Höhe, hatte schon den Damm erreicht, und die Oberfläche stand schon höher als das Straßenpflaster. ­Gegen Abend wurde trotzdem noch immer bei Fackelschein fortgearbeitet, welches grauevoll aussah, - doch endlich sickerte der Damm, und an manchen Stellen rinselte das Wasser wie kleine Quellen. - Nun ließ man Alles ruhen und es wurde Sturm geläutet. Fürwahr man kann sich nichts schrecklicheres und angstvolleres denken, als ein Sturmgeläute, besonders aber ohne Feuerbrunst... Es ist etwas schauerliches, Entsetzen und Furcht ruht auf allen Zügen, angst­voll harrt jedes Gemüth auf die Dinge, die da kommen sollen, und manche wagen es oft kaum laut zu reden, aus Furcht die Sache zu verschlimmern. Mit Fackeln sah ich eine Menge Leute herumrennen. Gasse auf Gasse ab, die sich von den ebenerdigen Wohnungen in den ersten Stock flüchteten; manche räumten ihren Verkaufsladen aus, und die meisten liefen mit Bettzeug beladen vorüber. ­85

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