A Fővárosi Könyvtár évkönyve 1935

Koch Lajos: Liszt Ferenc - Bibliográfiai kísérlet

Franz Liszt 1811—1886—1936 Ein bibliograpischer Versuch Zusammengestellt von Ludwig Koch Vorwort (Auszug) Die musikalische Welt feiert in diesem Jahre den hundertfünfundzwanzigsterr Geburtstag und den fünfzigsten Todestag Franz Liszts. Dieses Ereignis zu feiern ist eine Pflicht ersten Ranges der Haupt- und Residenzstadt Budapest. Umsomehr, da unsere Hauptstadt in Franz Liszt nicht nur einen ihrer grössten Landsleute, sondern einen ihrer grossmütigsten Wohltäter, sowohl auch den Gründer des modernen Budapester Musiklebens und ihrer wichtigsten, auch heute noch wirken­den Musikinstituten verehrt. Immer durch reinen künstlerischen Idealismus bewegt, ist Franz Liszt der grosse und fröhliche Spender. Er säumte nie, wenn Hilfe notwendig war. In den Jahren seiner Europawanderung liess er von mittels seiner Kunst geschaffenen riesigen Einkünften, Hunderttausende humanen und kulturellen Zwecken zukommen. Mit opferfrohem Eifer stand er stets bereit, als er fühlte, dass die Hauptstadt seines Vaterlandes seiner bedarf. In Budapest gibt es kaum Institutionen, deren Gönner, opferwilliger Helfer er im Laufe seines Lebens nicht gewesen wäre. Hiemit verpflichtete er die Bürgerschaft Budapests zu unvergänglichem Dank. Frühzeitig hatte Liszt Beziehungen zu Pest. Nach Beendigung seiner Studien reiste er in seinem zwölften Lebensjahre von Wien nach Pest um sich in der Haupt­stadt seines Vaterlandes, wo er noch nicht gewesen war, durch seine Kunst vorzu­stellen, Er plante ein einziges Konzert und konnte sich nur nach dem Vierten von Pest verabschieden. Die Verhältnisse zwangen ihn die Heimat zu verlassen. Lange Zeit hindurch erntet Liszt in Frankreich, in England, in der Schweiz, in Italien die grössten Erfolge. Er geniesst alles, was ein Siegestaumel dem Welteroberer bieten kann, bis nicht sein patriotisches Bewusstsein durch eine nationale Katastrophe erweckt wird. Das Pester Hochwasser vom Jahre 1838, welches 2281 Häuser vernichtete, hatte fast die ganze Stadt zerstört. Zu ihrer Neuerstehung mussten ausser den Wohlhabenden des Landes auch die Schriftsteller und Künstler Hilfe leisten. Zur Unterstützung der Überschwemmten haben Schrifsteller, wie Baron Joseph von Eötvös und Endre von Kunoss Bücher verfasst, Künstler haben Konzerte arrangiert. Der ungarische Schriftsteller, Adolph Frankenburg, ein Spielgenosse Liszts (die Mutter Frankenburgs hob Liszt aus der Taufe), schrieb sofort einen Brief an Liszt, der eben in Venedig weilte, und ersuchte den Künstler beihilflich zu sein. Liszt eilte nach Wien, wo er zehn Konzerte gab, aus deren Einnahmen er vierundzwanzigtausend Gulden seinen notleidenden Pester Mitbürger zukommen liess. Nach Pest ist ernurnachanderthalbjahren angelangt.Dem auf seine Landsleute gemachten Effekte gab Vörösmarty, der gekrönte Dichter der ungarischen Nation, Ausdruck. Das Ergebnis seiner diesmalig gegebenen Konzerte war die Gründung des Nationalkonservatoriums (1840). Vorläufig kehrt Liszt nur nach längeren Pausen nach Pest zurück, so im Jahre 1846, als er abermals zu Gunsten des National-

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