A Fővárosi Könyvtár évkönyve 1935
Koch Lajos: Liszt Ferenc - Bibliográfiai kísérlet
230 konzervatoriums konzertierte. Als er im Jahre 1856 zur Aufführung der für die Einweihung des Graner Domes geschriebenen Messe nach Pest kommt, arrangiert er im National-Museum zwei Generalproben, deren Einnahmen er der in Bau stehenden Leopoldstädter Basilika spendet. So oft Liszt in seine Heimat zurückkehrt, bringt er mit seinem Weltruhm auch seine Erfahrungen mit und wird durch sie ein erstklassiger Faktor der emporblühenden Nation. Seit dem Jahre 1865, dem Jahre der Pester Uraufführung des »Hl. Elisabeth« Oratoriums, auf welches Ereignis die ganze Welt aufmerkte, kam Liszt öfters, später jährlich und zu längerem Aufenthalt nach Pest und schuf durch seinen Geist, durch seinen Einfluss, durch seine künstlerische und gesellschaftliche Tätigkeit ein lebhaftes, anregendes, befruchtendes Leben in der Buda- pester Musikwelt. »Mein innigster Wunsch ist, dass in Budapest das Musikleben fehlerfrei und rein sei (oder in der Zukunft dazu werde), mein ganzes Streben richtet sich dahin« — schreibt Liszt seinem Schüler, dem Grafen Géza Zichy am 22. Dez. 1879 aus Rom. Seine grossartigen Konzerte trugen zur Entwicklung des Budapester Musiklebens in vollem Masse bei (einem derselben wohnte auch der König mit seinen Kindern bei), so auch die Sonntagsmatinéen, welche er zuerst auf seiner Wohnung, im Innerstädter Pfarrhause, später in der Musikakademie für seine Bekannten, Verehrer und Schüler abhielt. Diese höchstwichtigen Matinées, welche auch vom Kardinal Haynald und vom Ministerpräsidenten Graf Julius Andrässy besucht wurden, setzten den Gedanken der Gründung einer Musikakademie in Bewegung und gerade Graf Julius Andrässy war es, der Liszt zum Präsidenten und zum Professor der Pester Musikakademie gewann. Der 100. Geburtstag Beethovens wurde in Pest unter der Leitung von Liszt gefeiert und dieselbe Stadt Pest beging Liszts fünfzigjähriges Künstlerjubileum mit einem glänzenden Fest, an welchem auch Liszts ausländische Verehrer teilnahmen. Die Hauptstadt beehrte Liszt mit einem aus Gold geprägtem Kranze und stiftete zum Andenken dieses Tages das Franz Liszt-Stipendium. Als die Musikakademie von ihrem bescheidenen Heim am Fischplatz in das vornehme Palais der Andrässy-Strasse übersiedelte, erfüllte dieses Ereignis Liszt mit ausserordentlichem Stolze, da er hierin die Schätzung seiner Budapester Tätigkeit sah. Im vorgerückten Alter zog sich Liszt vom öffentlichen Konzertieren zurück. Nur in den Salons der Aristokratie und bei seinen vornehmen bürgerlichen Bekannten, sowie auch auf den jährlich im Kloster der Englischen Fräulein arrangierten Matinéén spielte er Klavier. Auch in den geschlossenen Soiréen des Vereins der Schriftsteller und Künstler erscheint er häufig. Um den Beifall der Budapester zu erwerben, ändert er seinen Entschluss, und weigert sich nie, selbst in spätem Alterzu wohltätigem Zwecke (zu Gunsten der Alt-Ofner Überschwemmten 1876, für verschiedene Wohltätigkeitsvereine etc.) zu spielen. Trotz seiner mannigfaltigen Täuschungen, bewahrte Liszt bis zu seinem Tode die Eigenschaft, den darauf Angewiesenen mit Rat und Tat beizustehen. So wurde Franz Liszt, dieses gottgesegnete Genie, ein Führer des ungarischen Musiklebens in unserer Hauptstadt. Sein edler Geist goss überall befruchtende Strahlen aus. * Als wir uns zur Verfertigung und Herausgabe einer Liszt-Bibliographie entschlossen, waren wir uns jener Schwierigkeiten bewusst, mit welchen wir tatsächlich zu kämpfen hatten. Eine Vollständigkeit zu erreichen konnte selbstverständlich nicht unser bestreben sein. Wir waren bestrebt das über Liszt Geschriebene