Szilágyi Mária: Domeniul de la Jimbolia - Das Landgut von Hatzfeld - A Zsombolyai uradalom (Székesfehérvár, 2016)

A Csekonicsok - Neves családtagok

Szilágyi Mária - Anica Draganic DOMENIUL DE LA JIMBOLIA | DAS LANDGUT VON HATZFELD | A ZSOMBOLYAI URADALOM gelegentlich ein ganzes Jahreseinkommen seines Landguts an einem einzigen Abend beim Kartenspiel verspielte (CSEKONICS, 2006. 20.). Eine andere Geschichte über den Grafen besagt, daß er beim Spaziergang über seinen Besitz von eine Viper ins Handrücken gebissen wurde. Er ist ins nächstgelegene Gutshof (Major) eingeritten und hat in der dortigen Schmiede die Wunde mit einem glühenden Eisen verbrannt (BARCZA). Er liebte Innovationen, aber in bestimmten Fällen hielt er zur Tradition: er hat in Baden-Baden Anfang der 1910-er Jahren ein Opel Taxi gekauft, das später von dem Verwalter des Landguts von Hatzfeld benutzt wurde, während der alte Herr seine Ländereien weiterhin mit dem Vierergespann bereiste (CSEKONICS, 2006.12.). Der Graf hatte eine goldene Kaffeetasse im Restaurant Gundel und zum Abendessen an Sylvester hat er immer Schornsteinfeger eingeladen (Dunántúli Napló, 1977. Nr. 348.). Die Csekonics's haben es geliebt, zu feiern. Trotz des geschrumpften Vermögens haben sie ihr gewohntes ausschweifendes Lebensstil zwischen den beiden Weltkriegen fortgeführt. Sofern es ging. Darüber schreibt in seinen Erinnerungen der Zigeunergeiger Berkes Béla jr: „Ich erinnere mich an den alten Grafen, der niemals Papiergeld in die Hand nahm; sein Diener hat morgens die Goldtaler auf seinem Tisch vorbereitet und er hat damit bezahlt. Mit seinen krausen grauen Haaren und sein rötliches Gesicht war er der Inbegriff des alten ungarischen Herren. Er hat sich immer das Familienlied gewünscht, der bekannter weise bei der Familie so lautet: Solch eine Frau brauche ich. Gyula Csekonics hat er geliebt, wenn ich an einem Abend alle Lieder vorgespielt habe, die ihn jeweils an eine Episode seines Lebens erinnerten. Er mochte es, leise zu feiern, aber er wusste, wie man einen perfekten Abend verbringt. Seine Brüder Iván und Sándor waren ebenfalls sehr liebe Gäste von mir.” (D. SZABÓ, 2008.). Endre Csekonics war ein leidenschaftlicher Jäger, auf dem Landgut wurden regelmäßig Jagdgesellschaften organisiert für die Adligen und er hat alle guten Jagdgebiete im Land besucht. Eines seiner Jagdgewehre hat angeblich die Wirren der Geschichte unbeschadet überstanden. Zuerst kam es in den Besitz des deutschen Generals Neuhausen, der sich ein Schloss auf dem Csekonics-Landgut erbauen ließ, das heute auch steht. Neu­hausen hat das Gewähr auf dem Landgut gefunden und diesen als Kunstgegenstand für Göhring zur Seite gelegt. Danach hat Slobodan Krstic, einer der Agenten des militärischen Geheimdienstes von Tito und Verhörsperson des Generals die kostbare Fracht an sich genommen. Er hat es dann für zwei Paar Ochsen an die Subotic Familie verkauft; die Nachfahren der Familie besitzen heute noch das Csekonics-Jagdgewehr (SUBOTIC). Es ist interessant, dass der alte Herr, Graf Endre Csekonics in 1925 beinahe wieder geheiratet hat. In einem Telegramm aus Paris nach Budapest können wir lesen, dass Königin Zita, um in Ungarn sich niederlassen zu können, den Grafen Hunyady heiraten wird, aber der Graf Csekonics wurde auch in Erwägung gezogen (MT11925.). Der Tod von Endre Csekonics ist am 21.02.1929 um 23 Uhr abends in seinem Palast in der Kecskeméter Straße in Budapest eingetreten, die Todesursache war vermutlich ein Lungenödem. Dieses Ereignis ist nicht nur der Tod eines einflußreichen Mannes, sondern symbolisiert im Grunde auch das Ende einer Ära nicht nur auf Europäischer Ebene, sondern auf dem Landgut von Hatzfeld auch. Das Blatt „Torontál” aus Großbetschkerek hat trotz des geänderten gesellschaftlichen und politischen Umfelds an den Tod des alten Großherren erinnert, aber bei weitem nicht so detailliert wie bei seinen Eltern. „Graf Endre Csekonics ist tot. Wir haben mit großer Anteilnahme erfahren, dass Graf Endre Csekonics gestern in Budapest verstarb. Der Name Graf Endre Csekonics war beinahe ein Begriff im Komitat Torontál in Friedenszeiten. Er hat den Zauber des Namens nicht nur mit dem einst sagenhaften Reichtum erworben, sondern insbesondere mit seiner Rolle in den öffentlichen Belangen. Er hatte eine führende Rolle in allen wirtschaftlichen, kulturellen oder wohltätigen Bewegungen gespielt und diejenigen, die die Kultur der alten Torontals erbaut haben, erinnern sich mit Achtung und Dankbarkeit an ihn. Er war für 50 Jahre Vorsitzender des Wirtschaftsvereins des Komitats und hat durch den Verein auch die landwirtschaftliche Kultur und Viehzucht von Torontál auf ein hohes Niveau erhoben” (Torontál, 1929.). Unter den Unterlagen der Magyar Távirati Iroda (Ungarische Nachrichtenagentur) sind mehrere Beileidstelegramme erhalten, die von einflussreichen 46 FAMILIA CSEKONICS | DIE FAMILIE... | A CSEKONICSOK

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