Szabó Géza: Geschichte des ungarischen Coetus an der Universität Wittenberg 1555–1613. Halle 1941.

Die Ungarn an der Universität Wittenberg im XVI. Jahrhundert - III. Verfall und Auflösung des Coetus - 10. Der Ursprung des ungarischen Calvinismus - Wittenberg und der Ursprung des ungarischen Calvinismus

Puritanismus und Radikalismus auf allen Gebieten des kirchlichen Lebens gewannen ihm in Ungarn viele Herzen. Dieser Zwinglianismus ist in Ungarn als der Vorläufer des Calvinismus zu betrachten20). WittenbergundderUrsprung desungarischen Calvinismus. Zweifellos haben auch die theologische Haltung Melanchthons und der Philippismus dem späteren Ein­dringen des Calvinismus in Ungarn den Weg bereitet. Diese Ansicht begegnet erstmalig in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts bei J. Pokoly: „Auf die Aus­breitung der reformierten Kirche in unserem Lande (Ungarn) hatte Melanchthon — obwohl ohne Absicht — den größten Einfluß. . . Wenn man beachtet, daß Witten­berg besonders nach dem Tode Luthers die Hochburg des Kryptocalvinismus und dessen stärkster Anhänger Melanch­thon selbst war, löst sich das Problem sofort. Unsere Jugend hat zwischen 1541—1590 in Wittenberg den Geist dieser Vermittlungsrichtung eingeatmet, der sie, folgerichtig angewendet, zu Calvin führen mußte. Darum kann man sagen — obwohl es im ersten Augenblick ein Widerspruch zu sein scheint —, daß Melanchthon selbst der Gründer der ungarischen reformierten Kirche war.“21) Dann in einem Werk Pokolys nach der Jahrhundertwende: „Die Ungarn, die aus Wittenberg nach 1550—1552 in die Heimat zurück­kehrten, waren nicht mehr strenge Lutheraner. Sie standen unter dem Einfluß von Melanchthon und haben von ihm seinen Kryptocalvinismus, der in dieser Zeit seine ihm eigene Prägung erhielt, übernommen. Es ist nun aus der kryptocalvinistischen Haltung Melanchthons zu erklären, 20) J. S. Szabó: Zwingli hatása Magyarországon (Die Wirkung Zwinglis in Ungarn), Protestáns Szemle. Jhg. XL (1931) 689—694 und Derselbe: Zwingli és a magyar reformáció (Zwingli und die ungarische Reformation), Theologiai Szemle. Jhg. VII—VIII (1931—1932) 291—299. 21) J. Pokoly: Melanchthon és a magyarországi reformáció (Melanchthon und die Reformation in Ungarn), Prot. Egyh. És Isk. Lap. Jhg. XL (1897) 120. 67

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