Esztergom Évlapjai 1983

Rezümék

TIBOR NAGYFALUSI: DIE WERKSTATT WURDE ZUR GEDENKSTATTE Die kritischen Jahre des Hauses von M. Babits 1933—1961 Der grosse ungarische Dichter und Schriftsteller — der als Redakteur der Zeitschrift „Nyugat" auf das ungarische Geistesleben de Vorkriegsjahr­zehnten von grossem Einfluss war — erwarb sich in den 20er Jahren in Esztergom ein Grundstück mit einem kleinen Haus, welches er mit der Zeit zu seinem „Schwalbennest" ausbauen liess. Der Dichter lebte fast jedes Jahr vom Frühjahrsbeginn bis zum Spátsommer hier in diesem Haus, das am Rande eines Vorhügels steht, umgeben von einem grosson Obstgarten. Die frische und gesunde Luft der Esztergomer Hügel, die andere Lebensweise, die schöne Natúr tatén dem krankenden Dichter immer sehr wohl. Im September—Október kehrte er meistens wie ausge­tauscht nach Budapest zurück. Viele seiner Werke entstanden hier, und auch seine Freunde aus der Hauptstadt besuchten den Dichter oft und hinterliessen ihre Unterschriften als Andenken an der Wand der Terrasse hier. Das Haus war nicht nur sein Wohnhaus, es war auch als Symbol von grosser Bedeutung für ihn. Von dort oben aus konnte er — wie aus einem Turm — nicht nur das schöne Panorama der Stadt mit der früheren kö­üiglichen Burg und der Kathedrale besichtigen; das Haus war zugleich auch eine Insel für ihn, manchmal auch eine Höhle, wohin.er sich vor den Unruhen des Zeitalters zurückziehen konnte. Den Sommer des Jahres 1933 konnte er nicht in Esztergom verbringen, er stand unter árztlicher Behandlung. Von nun an ist das Haus seine In­sel, auf der er sich jedes Jahr gesundheitlich erholen kann. Sein Gesund­heitszustand wurde von Jahr zu Jahr schlechter, aber an dem kleinen Haus hing Babits so sehr, dass er es auch kurz vor seinem Tode nicht verlassen wollte. Das Haus war der Schauplatz seines Schaffens und auch der seiner Leiden. Er arbeitete hier bis zu seinen letzten Tagén an seiner Oedipus-Übersetzung, kurz vor seinem Tode brachte man ihn nach Budapest, wo er im Siesta-Sanatorium am 4. August 1941 starb. Der Verfasser befasst sicht in seiner Studie mit dem „Schicksal" des Hauses. Seine Aufmerksamkeit gehört in erster Linie der Witwe des Dichters; er sucht Antwort auf die Frage, warum es eigentlich dazu kam, dass sich das „Schwalbennest", die Werkstatt des Dichters zu einem Gespensterhaus entwickelt hat. Sie liebte das Haus nach dem Tode ihres Mannes nicht mehr, sie betral es sogar zwei Jahre lang nincht, sondern überliess das Haus der Natúr, dem Verfall. Der Verfasser will mit Hilfe einer psychologischen Analyse nachweisen, warum sich die Witwe von dem Haus entfremdet hat, wie es eigentlich so weit kam, dass sie das Haus und das Leben ihres Mannes in diesem Haus nicht mehr annehmen, 498

Next

/
Oldalképek
Tartalom