Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv

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wieder mit vielen Komplikationen und mit viel Risiko verbunden sein. Vitéz, der als Fortsetzer der Traditionen von János Hunyadi alle Kräfte lieber gegen die Türken konzentrieren wollte, kam auf diesem Punkte in Konflikt mit dem Herrscher, der ihn als Verschwörer im Jahre 1471 in Gefangenschaft geführt hat, zwar hat er ihn nicht hinrichten gelassen. Wir können hinzufügen, dass später sich keine von den zwei Alternati­ven der ungarischen Politik als verwirklichbar erwiesen haben: Der Übermacht gegenüber konnte Ungarn allein nicht standhalten, die Leitung der zusammengesetzten Monarchie hat das Habsburg-Haus erworben. Die dritte Hauptfrage ergibt sich daraus, dass Ungarn auch im Mittelalter ein Land von vielen Nationalitäten gewesen ist, aber die inneren Verhältnisse haben sich von den späteren wesentlich unter­schieden. Am Ende des 15. Jahrhunderts haben in den Ländern der ungarischen Krone etwa 4 Millionen Menschen gelebt und ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung konnte Ungar sein. Besonders auffallend ist das Gewicht, die Bedeutung der südlichen Teile des Landes, die dann zur Zeit der türkischen Eroberung so sehr aufgerieben sind. Selbst auch Vitéz ist einer der südländischen Familien entstammen, die wie die Familie Garázda oder die Familie Szilágyi, zur Verwandtschaft der Hunyadis gehörend im politischen Leben des Landes in bedeutendem Masse zu Worte kommen konnten die zugleich und zusammen auch Chroaten und Ungarn gewesen sind, so wie auch Zrínyi, später im 17. Jahrhundert. ,,Oh, wie viele Völker ernährt dieses Land!" — hat der Franziskaner Klosterbruder Osvát Laskai geschrieben. „Infolge ihrer Anzahl, ihren Verdiensten und ihrer Würde" über­flügelt die ungarische „Nation" das Schicksal der im Lande lebenden Nationen — hat er hinzugefügt. Den Begriff „Nation" müssen wir natürlich nicht im heutigen Sinne, sondern in dem damaligen feudalen Inhalt verstehen Hier handelt es sich darum, dass im Laufe der Feuda­lisation anderen Volkstümer, ihre leitenden Elemente infolge der na­türlichen gesellschaftlich-politischen Anziehung sich der leitender Schicht der ungarischen Politik, dem Adel angeschlossen haben. Zur realen historischen Selbstkenntnis gehört dessen Erkennung, dass sich diese Lage im Laufe des 19. Jahrhunderts schliesslich verändert hat. Aber auch das. als wir von den ehemaligen, mittelalterlichen Verhält­nissen uns, eine der Wirklichkeit treue Vorstellung machen. Der Neffe von Vitéz, der Bischof von Fünfkirchen Janus Pannonius, das grosse dichterische Talent, der insgesamt 38 Jahre gelebt hat, hat im Jahre 1462 „über diesen zu sommerlichen Mittagszeit auftauchenden Komet" (De Stella aestivo meridie visa) ein Gedicht geschrieben. In dem Gedicht hat er seine Hoffnung ausgedrückt, dass diese Erscheinung ein Vorzeichen des Glücks sein wird. Diese Hoffnung hat sich — wie wir wissen — nicht verwirklicht. Aber das Gedicht, der in ihm ausgedrückte Wunsch kann auch die Anfmerksamkeit der späteren Nachwelt, des heutigen Menschen wecken. Im Zeichen dieser Gedanken eröffne ich die Gedenkfeier. 166

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