Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv
Tartalom - Rezümék
ferenc szakály JOHANNES VITÉZ DER POLITIKER UND STAATSMANN Das, im allgemeinen Bewusstsein lebende- einschliesslich zugleich auch „das allgemeine Bewusstsein" der sich mit der Geschichte berufsmässig Beschäftigenden — Vitéz Bild haben nicht allgemeingeschichtliche, sondern literarische, kunstgeschichtliche und filologische Untersuchungen begründet. Sie haben eindeutig bewiesen, dass alle aus Italien stammende Bestrebungen die sich vom Anfang der Jahre um 1440 auf die Einbürgerung der neuen Weltbetrachtung und des neuen Lebensstiles — zusammenfassend Humanismus genannt — von ihm stammte oder war auf irgendeinem Wege auf ihn zurückführbar. Das heisst, wir können ihn mit vollem Recht als „ersten ungarischen Humanisten", „den Vater des ungarischen Humanismus" nennen. Zwar hat er den oft schon formal erstarrenden Gewohnheiten der internationalen humanistischen Zunft gefolgt- liess er die modischen Zeitschrifte der Zeit auftreiben und abschreiben, auch er selbst hat an ihnen herumgebessert — er hat sich bemüht um sich solche Gesellschaft zu erwerben, in der man die Zeit mit gehaltvollen Meditationen totschlägt. Den Anzeichen nach haben ihn in all dem höhere Ziele geleitet, als den grösseren Teil seiner Partner. Solange die Durchschnitts- WanderHumanisten. einschliesslich die Grössten, so zum Beispiel auch Aeneas Sylvius- ihre Ausbildung als ein Mittel zum Erfolg betrachtet haben und ihre Schreibfeder allen bereitwillig freigehalten haben, die dafür nur bezahlt haben, ist vor Vitéz Augen — der schliesslich nur „korrespondierendes Mitglied" der Zunft gewesen ist — die Emporhebung des Vaterlandes und die Ausbildung der Gesellschaft in Ungarn geschwebt. Zwar hat er darauf nur im Namen anderer hingedeutet, ist sein bestimmendes Erlebnis der schreiende Widerspruch zwischen dem Bedrohtsein und den zerrütteten inneren Verhältnissen des Landes, der je mehr auch seine Zukunft bedroht hat. Er hat eingesehen, die stimmenartige Betreibung des sich in Allgemeinheit bewegenden Propaganda gegen die Türken und die „Kreuzzüger" Zusammenfassung nicht, man muss die ungarische Gesellschaft auch von innen reformieren, damit sie zur riesigen Aufgabe aufwachse. Während er den Forderungendes neuen Stils entsprechend mit seinen — mit antiken Reminiszenzenzen geschümückten — Briefen und Reden beweisen versuchte, das Ungarn der Unterstützung der christlichen Welt würdig ist, kritisierte er von seinem höheren Standpunkt aus die ungarische Gesellschaft scharf. Wie schon erwähnt, hat vor seinen seelischen Augen das Bild des gut organisierten, zentral geleiteten und seine eigenen Gesetze in Ehren haltenden Ungarns geschwebt. Im Gegensatz zur Mehrheit ist er mit der Rückständigkeit seiner Heimat im klaren gewesen und hat mit tiefer Beängstigung beachtet, das es an Stelle der Vereinigung in die Richtung des Zerfalls geht. Manche Elemente, die auch bis heute für die ungarische Gesellschaftskritik charakteristisch sind — so die Gegenüberstellung des „rohen" Ungarns 167