Beke Margit [et al.]: Vitéz János emlékkönyv
Tartalom - Rezümék
seine Laufbahn in der südlichen Zone begonnen, die nahe Beziehungen zu Italien geknüpft hat — begonnen. Mit der Tätigkeit von Johannes Vitéz als Bischof in Grossvardein, der mit seinem dort herausgebildenen Kreis und Bibliothek beginnt ab 1443 ein nächster neuer Abschnitt der Weiterentwicklung des unter Sigismund aufgetauchten Humanismus. Ein weiterer, bedeutender Abschnitt hat im Jahre 1465 begonnen, als Vitéz nach Esztergom gekommen ist. In diesem Jahr hat eine nach Rom geschickte Deputation, unter deren Mitglieder auch Janus Pannonius zu finden war, die Genehmigung des Papstes, das man in Ungarn eine neue Universität organisiere. An die Spitze dieser Universität (Universitas Istropolitana, 1467) in Pressburg, die ihre Tätigkeit als Dritte neben Wien und Krakow begonnen hat, ist Johannes Vitéz gekommen. Dieser Tatsache und der Mitwirkung solcher Lehrer wie Regiomontanus und der Krakower Sternforscher Márton Ilkusz ist zu bedanken, dass die neue Universität an Stelle der alten Scholastik die zeitmässige, humanistische Bildung zu vertreten begonnen hat. Nach dem Tod von Vitéz begann die Institution zwar in Verfall zu geraten und sich anfzulösen, aber der Humanismus in Ungarn hat sich trotz der Krise fortgesetzt. Den ausländischen Anklang der Rolle von Vitéz in der Bildung haben die Anerkennungsworte des Humanisten aus Florenz Vespasiano da Bisticei charakterisiert. Dementsprechend ist das Palais von Vitéz in Esztergom „eines der Schönsten in der Welt . .. zum Teil hat er es umgestaltet und sehr sshöne Zimmer eingerichtet. Unter anderem, eine hervorragende Bibliothec hat er zustande gebracht" und Jugendlichen zum Studium nach Italien geschickt. Die zweite grosse Frage ist. welche Rolle hat Johannes Vitéz auf dem Gebiet der Politik und der Diplomatie gespielt, wo die Kanzlerhumanistische Bildung eine der nötigen und wichtigen Folgen der internationalen Kontaktfolgen gewesen ist. Wie bekannt, hat Vitéz schon als Pronotarius der Budaer Kanzlei ab 1439 die Konzipierung der wichtigsten Briefe in der Diplomatie und diese Funktion ist noch wichtiger geworden, auch als Kanzler, neben János Hunyadi dessen treuer Diener, Stütze er geblieben ist. Wir wissen, dass Hunyadi lateinisch nicht gekannt hat, auch seinen Eid hat er ungarisch geleistet 73 uns hintergelassene und bekanntgegebene Briefe von Vitéz haben aus der Periode zwischen den Jahren 1445—1471 gestammt. Ja. er hat um die Erwählung von Matthias keine kleine Rolle gespielt, sogar auch in den ersten an die Erwerbung des Kaisertitels zielende Plänen. Wahrhaftig hat er sich in den letzten Jahren Matthias entgegengewandt. Die Ursache ihres Gegensatzes müssen wir schliesslich darin suchen, dass die ungarische Politik auf die schwere Herausforderung der türkischen Belagerung verschiedene Antworten zu geben versucht hat Unter dem Druck der türkischen Expansion begannen unter den Mittel-Osteuropäischen Ländern dynastische Unionen sich zu entfalten: In mehreren, tschechisher — österreichischer —polnischer —ungarischer Abwandlung. Drei Rivalen-Dynastien das Jagelló — das Hunyadi — und das Habsburghaus haben nacheinander versucht die grössere, zusammengesetzte Monarchie zu organisieren, die einen grösseren Schutz bieten konnte, als Ungarn allein. Jedoch konnte dieses Rivalisieren, diese Ausbreitung der Basis die Matthias versucht hat, 165